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Drohung aus Frankfurt

DOSB fordert für Reformen erneut mehr Geld vom Staat

  • Von Nicolas Reimer und Jörg Mebus, Frankfurt am Main
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der Millionen-Poker geht weiter, und Alfons Hörmann erhöht den Einsatz. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) schickte nach einer Krisensitzung mit den Mitgliedsverbänden zur Leistungssportreform und deren Finanzierung am Mittwoch kaum verhohlen eine Drohung nach Berlin: Entweder es fließen erheblich mehr Millionen, oder Athleten und Trainer müssen dafür büßen: »Ein Mittelaufwuchs, der weit über dem liegt, was jetzt in Aussicht gestellt ist, wird notwendig sein, um das gesamte Reformpaket umzusetzen. Wenn das nicht der Fall ist, können bestimmte Themen schlicht nicht umgesetzt werden«, sagte Hörmann. Als erste Beispiele nannte er »die Athletenförderung oder die Trainerfinanzierung«.

In einer »Frankfurter Erklärung«, die der DOSB veröffentlichte, heißt es zudem, dass ohne eine erhöhte Förderung die »zielgerichtete Vorbereitung unserer Athletinnen und Athleten auf die anstehenden Großereignisse« leiden würde. Hörmann forderte daher einen »runden Tisch« mit allen Reformpartnern. Mit dem für Sport verantwortlichen Innenminister Horst Seehofer und dessen Ministerium (BMI) sei man bereits in der Terminabstimmung. »Die Umsetzung der Reform steht und fällt damit, ob wir die Voraussetzungen schaffen können. Dafür werden wir werben. Ein Scheitern steht nicht zur Debatte«, betonte Hörmann.

Das BMI will den Spitzensport ab 2019 mit 35 Millionen Euro mehr pro Jahr fördern. 2018 sollen keine zusätzlichen Mittel fließen. Der Dachverband hatte zusätzlich zur derzeitigen Förderung von etwa 170 Millionen Euro schon für das laufende Jahr 71 Millionen Euro, für 2019 dann 110 Millionen Euro und für das folgende Olympiajahr 134 Millionen Euro mehr gefordert.

Siegfried Kaidel, Präsident des Deutschen Ruderverbandes und Sprecher der Spitzenverbände, wertete die Sitzung als Erfolg. »Wir sind alle der Meinung: Es muss weitergehen. Wir sind auf dem richtigen Weg, und die Spitzenverbände stehen voll dahinter«, sagte Kaidel. »Es gilt jetzt, bis zum 27. Juni die notwendigen Gespräche zu führen.« Für dieses Datum ist in Berlin die letzte Bereinigungssitzung angesetzt, spätestens danach muss der Etat stehen.

Die Schuld dafür, dass anderthalb Jahre nach dem Beschluss zum Mammutwerk ein veritabler Reformstau herrscht, sieht Hörmann in erster Linie nicht beim DOSB. »Bei jedem offenen Punkt herrscht die Klarheit, wer was wann getan oder nicht getan hat. Da scheuen wir einen intensiven Dialog und eine messerscharfe Analyse nicht, weil wir Tag und Nacht an den Themen arbeiten«, sagte der 57-Jährige.

Den kritischen Bericht des Bundesrechnungshofes, der zur zurückhaltenden Finanzpolitik des BMI beigetragen hatte, sieht Hörmann gelassen. Der Bericht sei im vierten Quartal 2017 verfasst worden, und man befinde sich in einem laufenden Prozess. »Ein Bericht über den Ist-Stand von heute würde schon anders ausfallen«, sagte Hörmann.

Am Potenzialanalysesystem (PotAS), mit dem die Verbände auf ihre Förderwürdigkeit geprüft werden, will Hörmann festhalten: »PotAS kann unheimlich hilfreich sein und wird dazu führen, dass wir an vielen Stellen Fortschritte machen.« SID/nd Kommentar Seite 4

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