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  • Sport
  • Abstiegskampf in der 2. Bundesliga

Gut, aber nicht gut genug

Wer wird bester Absteiger der Zweitligageschichte? Sechs Klubs kann es noch erwischen

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.

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Am Sonntag spielen der 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf um den Meistertitel der 2. Bundesliga. Beide sind punktgleich und schon aufgestiegen. Die 60 Zähler, die sie bislang an 33 Spieltagen gesammelt haben, hätten in den vergangenen zehn Jahren nur ein Mal zum direkten Aufstieg gereicht. Einen schlechteren Tabellendritten als Holstein Kiel mit 53 Punkten gab es seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 nie. Dieser Fakt soll keineswegs die Leistung des Aufsteigers aus dem hohen Norden schmälern: Mit mutigem Offensivfußball hat sich die Kieler Sportvereinigung die Chance erspielt, in den Relegationspartien sogar noch den Durchmarsch in die erste Liga zu schaffen.

Das spielerische Niveau war schon mal besser in Liga zwei. Dafür war sie in dieser Saison so ausgeglichen wie selten zuvor. Und deshalb fesselt vor allem der Abstiegskampf seit Monaten fast die ganze Liga. Noch am 30. Spieltag hatte der Tabellenvierte nur sieben Punkte Vorsprung auf Relegationsrang 16. Und jetzt, vor den letzten 90 Minuten der Saison, müssen immer noch sechs Klubs bangen.

Gesucht wird der beste Absteiger der Zweitligageschichte: Noch nie musste in einer Saison mit 34 Spieltagen und zwei oder drei Absteigern eine Mannschaft mit 39 oder mehr Punkten die 2. Bundesliga verlassen. Selbst vor der Einführung der Relegationsspiele zur Saison 2008/2009, als noch vier Teams direkt den Gang nach unten antreten mussten, reichten oft 38 oder weniger Punkte für den Klassenerhalt.

»Wir spielen am Sonntag auf Sieg, nur auf Sieg«, sagt Damir Buric. Etwas anderes bleibt dem Trainer von Greuther Fürth auch nicht übrig. Die Spielvereinigung, Spitzenreiter der ewigen Zweitligatabelle, ist mit 39 Punkten Vorletzter. Nur drei Punkte im Abstiegsduell beim 1. FC Heidenheim können sicher verhindern, dass in Fürth nach mehr als 20 Jahren wieder Drittligafußball gespielt wird. Bei einem Unentschieden ist Gastgeber Heidenheim, Zwölfter mit 41 Zählern, gerettet, Fürth müsste auf Schützenhilfe hoffen.

Punktgleich mit den Fürthern besetzt Braunschweig den Relegationsplatz. Der Verein mobilisiert alles, um vom schwierigen Auswärtsspiel bei der KSV Holstein etwas Zählbares mitzunehmen. Für nur fünf Euro können Eintracht-Fans mit dem Zug nach Kiel fahren, um ihr Team zu unterstützen. Für Braunschweig gilt: Nur mit einem Sieg kann der Abstieg aus eigener Kraft abgewendet werden.

Deshalb werden alle, die es mit der Eintracht halten, während des eigenen Spiels auch ständig schauen, was die Gegner machen - wie Fürth in Heidenheim. Oder wie Darmstadt 98 und Erzgebirge Aue. Im zweiten direkten Abstiegsduell empfangen die Lilien, mit 40 Zählern Fünfletzter, die punktgleichen, aber einen Rang schlechter platzierten Veilchen. »Wir haben eine realistische Chance, die Liga zu halten«, meint Dirk Schuster. Seit Mitte Dezember ist der gebürtige Karl-Marx-Städter wieder Trainer in Darmstadt - und hat die Hoffnung auf den Klassenerhalt zurückgebracht. In der Rückrundentabelle sind die 98er immerhin Fünfter - und seit zehn Spielen ungeschlagen.

Von Zahlen und Statistiken lassen sie sich im Erzgebirge nicht verrückt machen. Denn für Aue ist der Klassenkampf in Liga zwei Alltag. Wie immer, gilt auch jetzt: »Die Leidenschaft wird entscheidend sein«, so Trainer Hannes Drews. Da der FC Erzgebirge von allen sechs Kandidaten das schlechteste Torverhältnis hat, könnte aber auch ein Punktgewinn in Darmstadt zu wenig sein - wenn Fürth und Braunschweig gewinnen sollten.

Rechnen will man in Dresden nicht, sondern einfach nur kämpfen. Theoretisch kann auch Dynamo noch von Platz 13 auf den 17. Rang abrutschen. Voraussetzung dafür: ein Remis zwischen Darmstadt und Aue, Siege für Fürth und Braunschweig und eine Niederlage der SGD mit fünf Toren Unterschied. »In so einem Spiel braucht man keine zusätzliche Motivation«, sagt Dresdens Trainer Uwe Neuhaus vor dem Ostderby gegen den 1. FC Union. Die Berliner, als ein Aufstiegsfavorit gestartet, konnten sich in dieser irren Saison auch erst am vergangenen Wochenende retten.

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