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Trump drückt auf’s Wirtschaftswachstum

Die hiesige Wirtschaft wuchs wegen schlechteren Exportwerten zum Jahresauftakt nicht mehr so schnell wie früher

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Die Schuld am mauen Jahresauftakt wollte das Bundeswirtschaftsministerium nicht den protektionistischen Eskapaden von US-Präsident Donald Trump geben. »Die Gründe für die schwächere Auslandsnachfrage sind sicherlich vielfältig«, schrieb das von Peter Altmaier (CDU) geleitete Ministerium anlässlich der Veröffentlichung der Wirtschaftszahlen für das erste Quartal am Dienstag. Inwieweit hierzu eine mögliche Verunsicherung durch die »seit Beginn des Jahres schärferen außen- und handelspolitischen Töne« der US-Regierung beigetragen hat, sei »derzeit noch schwer zu beurteilen«.

Um 0,3 Prozent war die Wirtschaftsleistung laut dem Statistischen Bundesamt in den ersten drei Monaten preis-, saison- und kalenderbereinigt höher als im vierten Quartal 2017. Da wuchs das Bruttoinlandsprodukt noch doppelt so schnell wie jetzt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg das Bruttoinlandsprodukt immerhin noch unbereinigt um 1,6 Prozent an. Doch Anfang 2017 lag dieser Wert noch bei 3,4 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Laut den Statistikern drückte vor allem auf das Wachstum, dass der Staat erstmals seit knapp fünf Jahren weniger für Konsumausgaben tätigte. »Daneben verlor nach vorläufigen Berechnungen die außenwirtschaftliche Entwicklung an Dynamik«, wie das Statistische Bundesamt in seiner Mitteilung schrieb. So ging das Volumen der Exporte laut dem Bundeswirtschaftsministerium im März im Vergleich zum Vorjahresmonat vermutlich sogar um 1,9 Prozent zurück. Die privaten Haushalte hingegen gaben mehr Geld aus. Auch die Privatwirtschaft investierte mehr - vor allem auf dem Bau.

»Auch angesichts der zunehmenden außenwirtschaftlichen Unsicherheiten ist es dringend notwendig, das Wachstum vermehrt auf binnenwirtschaftliche Faktoren zu stützen«, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der LINKEN im Bundestag, Klaus Ernst gegenüber »neues deutschland«. Die Bundesregierung müsse endlich den Investitionsstau in Deutschland auflösen. »Damit würde auch das Ausland über steigende Importe profitieren und der politische Druck aufgrund der hohen Exportüberschüsse würde sich verringern.«

Für Ferdinand Fichtner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sind zunächst »temporäre Faktoren« schuld an der Wachstumsdelle. »Die Grippewelle war dieses Jahr besonders ausgeprägt und hat für einen hohen Krankenstand gesorgt«, sagt der Konjunkturexperte. Außerdem seien mancherorts die Schulferien ein paar Tage länger als üblich gewesen. »Hinzu kamen dann noch die recht umfangreichen Streiks in der Metall- und Elektroindustrie.« Ihm zufolge steht die Wirtschaft noch recht gut da. »Die gute Lage am Arbeitsmarkt und insgesamt recht kräftige Lohnsteigerungen stützen den Verbrauch im Inland.«

Jedoch sieht Fichtner auch Risiken: »Nach wie vor schwelt der Streit mit der US-Regierung über die Einführung von Strafzöllen; ein eskalierender Handelskrieg würde die deutsche Wirtschaft unsanft ausbremsen.« Auch die politischen Unwägbarkeiten in Europa bergen demnach noch Gefahren, »vor allem falls wieder Spannungen an den Finanzmärkten aufkeimen sollten«. Unterdessen hat sich auch im Euroraum das Wirtschaftswachstum verlangsamt. Wuchs das Bruttoinlandsprodukt in der gesamten Währungsunion im letzten Quartal 2017 noch um 0,7 Prozent, so waren es in den ersten drei Monaten 2018 nur noch 0,4 Prozent.

Sorgen wegen Trump macht man sich auch beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). »Die Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran und die Befürchtungen einer weiteren Eskalation des Handelskonflikts mit den USA sowie weiter steigender Rohölpreise haben die Konjunkturerwartungen für Deutschland belastet«, warnt ZEW-Präsident Achim Warmbach. Der Indikator der ZEW-Konjunkturerwartungen verharrt bei minus 8,2 Punkten. Der Index ist damit so niedrig wie seit Herbst 2012 nicht mehr.

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