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Denkmal für erschossenen Burak Bektaş saniert

Initiative lobt Bezirk für sein »unbürokratische Einspringen« / 22-Jähriger war 2012 erschossen worden

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: 2 Min.

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Das beschädigte Denkmal für den in Berlin-Neukölln erschossenen Burak Bektaş ist wieder saniert. Das teilte die Initiative für die Aufklärung des Mordes an dem damals 22-Jährigen am Dienstag mit. »Wir begrüßen das unbürokratische Einspringen des Bezirks Neukölln zur Beseitigung der Schäden«, hieß es. Der Bezirk habe die Kosten übernommen.

Das mit mehr als 40.000 Euro aus Spendengeldern finanzierte Denkmal war zum sechsten Jahrestag des mutmaßlich rassistischen Mordes an Bektaş am 8. April enthüllt worden. Laut Polizei wurde es zwischen dem 14. und 18. April mit einer Chemikalie beschädigt, Farbveränderungen waren die Folge. Der Chemikalien-Angriff auf das Denkmal hatte im Bezirk für Bestürzung gesorgt.

Bektaş war am 5. April 2012 im Süden Neuköllns erschossen worden. Der bis heute unbekannte Täter gab fünf Schüsse auf ihn und seine Freunde ab, mit denen Burak sich an diesem Abend an der Rudower Straße vor dem Krankenhaus Neukölln traf. Zwei von ihnen wurden schwer verletzt und konnten nur in einer Notoperation gerettet werden. Burak starb an den Folgen eines Lungendurchschusses.

Die Polizei stellte die Ermittlungen zum Mord ein, weil der Täter laut Polizei nicht zu ermitteln war. Vier Jahre später wurde ein Mann wegen des Mordes an dem Engländer Luke Holland gefasst und verurteilt, den die Initiative auch im Falle von Bektaş als Tatverdächtigen sah. Das konnte aber nicht bewiesen werden.

Dennoch fordert die Initiative noch immer eine Wiederaufnahme der Ermittlungen. Ein rassistisches Mordmotiv sei nicht ausreichend untersucht worden. »Weil der Mord ein halbes Jahr nach dem Aufdecken des NSU passiert ist, hätte die Polizei ihn als mögliche Nachahmungstat untersuchen müssen«, sagte ein Initiativensprecher vor der Enthüllung des Denkmals im April im Interview mit dem »nd«. »Das größte Problem ist aber die fehlende Transparenz. Deshalb ist es von außen oft schwer zu sagen was konkret nicht gemacht wurde«, so der Sprecher, der sich Ulrich Schmidt nennt. Seinen richtigen Namen will er nicht in der Zeitung lesen, da er Angst vor rechtsextremen Übergriffen hat.

Jahrelang hatte sich die Initiative für einen Gedenkort eingesetzt. Die zwei Meter hohe Bronzeskulptur mit dem Namen »Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle« wurde von der inzwischen verstorbenen Künstlerin Zeynep Delibalta gestaltet. mit dpa

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