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Fairtrade weiter im Trend

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Berlin. 25 Jahre nach Einführung von Fairtrade-gesiegelten Produkten wurden 2017 bundesweit 1,33 Milliarden Euro umgesetzt, das ist ein Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Pro Kopf und Jahr gaben die Deutschen demnach im vergangenen Jahr knapp 16 Euro für faire Produkte aus. Die Österreicher lagen 2016 bereits bei 30 Euro, die Briten bei 44 Euro und die Schweizer bei 69 Euro. Diese Zahlen präsentierte der Verein Transfair am Dienstag in Berlin.

Traditionelles Zugpferd bleibt der fair gehandelte Kaffee: Mit 18 000 Tonnen erreichte er ein Plus von acht Prozent. Besonders gewachsen ist der Markt für Bananen, 87 000 Tonnen bedeuten ein Plus von 21 Prozent. Der fair gehandelte Kakao legt mit 37 000 Tonnen Rohkakao ein Plus von 23 Prozent hin. Textilien mit Baumwolle entwickelten sich ebenfalls positiv. Mit rund 12 Millionen verkauften Einkaufstaschen, T-Shirts, Bettwäsche und Handtüchern mit fairer Baumwolle wuchs der Sektor um 45 Prozent. Neben den vereinbarten Markt- und Mindestpreisen konnten die Produzenten zusätzlich mehr als 25 Millionen Euro Prämien in Gemeinschaftsprojekte investierten.

Auch wenn der Marktanteil fairer Produkte hierzulande ständig wächst, ist er selbst bei den Zugpferden des fairen Handels mit vier Prozent beim Kaffee, zwölf Prozent bei Bananen und acht Prozent bei Kakao eher gering. Eine Ausnahme bilden faire Schnittblumen, die laut Transfair auf einen Marktanteil von 28 Prozent kommen. 406 Millionen verkaufte Stiele bedeuten im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von vier Prozent.

»Der faire Handel entfaltet seine Wirkung vor allem bei relevanten Verkaufsmengen«, erklärte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von Transfair. Fairtrade sehe sich daher in der Pflicht, immer neue Marktzugänge für die Produzenten zu schaffen. 2012 hatte Fairtrade ein Rohstoffmodell gestartet, um den Marktzugang für Produzenten zu verbessern. Damit konnte etwa Kakao mit nicht zertifiziertem Zucker gemischt werden. Dieses Modell will Fairtrade nun auf alle Produkte ausweiten - ausgenommen bleiben Kaffee und Bananen. Damit können Verbraucher zukünftig fair gehandelte Rosen in Mischsträußen mit nicht zertifizieren Blumen kaufen oder fair gehandelten Reis in Fertiggerichten. Diese Zutaten müssen aber mindestens 20 Prozent von der gesamten Zusammensetzung eines Produktes ausmachen.

Overath betonte zwar den positiven Einfluss von Fairtrade auf die ländliche Entwicklung in den Produzentenländern. Gleichzeitig seien gerade kleinbäuerliche Strukturen weiter in ihrer Existenz bedroht. »Handelsgewinne müssen gerechter verteilt werden«, sagte er und forderte »mehr Wertschöpfung im globalen Süden«, um existenzsichernde Einkommen für Bauern- und Arbeiterfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu ermöglichen.

»Nun zeigt sich, dass die großen Quantensprünge zur Verbesserung der Lebensbedingungen so nicht stattfinden, wie man sich das vielleicht vor 30 Jahren erwartet hat, als man mit der fairen Alternative angefangen hat«, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Fuchs. Die Macht der Handelskonzerne sei groß und der Klimawandel lasse sich nicht mit Fairtrade überwinden. Deshalb werde Transfair die Programmarbeit im Süden insbesondere in den Bereichen Klimawandel und Menschenrechte ausbauen und die politische Arbeit im Norden verstärken.

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