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Das Handy kennt jede Baustelle

Infrastrukturbetreiber stellen App vor, die über Zweck und Dauer der Arbeiten informiert

  • Von Christian Meyer
  • Lesedauer: 3 Min.

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»Mit der BIS-App schaffen wir für Berlin die seit Jahren geforderte Transparenz beim Thema Baustellen«, so Jürgen Besler, Geschäftsführer von »Infrastruktur eStrasse« (infreSt), einem Unternehmen Berliner Leitungsbetreiber. Zusammen mit der Softwarefirma Mastersolution ließ infreSt das Baustelleninformationssystem (BIS) entwickeln, das Bürgerinnen und Bürger über Dauer und Zweck aufgegrabener Straßen informieren will. Auch der Bauherr und eine Kontaktmöglichkeit für Fragen oder Beschwerden zur jeweiligen Baustelle sollen über die App leicht zu finden sein. Zu manchen Baustellen gibt es sogar Videos.

Die Idee dafür entstand schon vor zwei Jahren bei infreSt, sagt Juliane Freitag von Alliander. Neben dem Betreiber der hauptstädtischen Ampeln sind noch die Berliner Wasserbetriebe, die für die Gasleitungen zuständige Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, das Stromnetz Berlin und Vattenfall Wärme Berlin beteiligt. Vor allem die Baustellen dieser fünf sollen den Nutzerinnen und Nutzern angezeigt werden. In Berlin gebe es 5500 bis 6000 Baustellen - »bei guten Wetter«, sagt Besler. Das Wachstum der Stadt schlage sich auch in den steigenden Investitionen in die Infrastruktur nieder, fügt er hinzu.

Die App soll weder etwas kosten, noch will sie Daten abschöpfen. Datenschutz sei den Beteiligten sehr wichtig, man wolle das »Gegenteil von Cambridge Analytica«, und zwar »öffentlich informieren, nicht verschleiern«, so Besler.

Heiko Bohnhorst, Planungs- und Bauleiter der Wasserbetriebe, erklärt die Motivation für die Entwicklung: »Wir haben ein Interesse, zu kommunizieren, was wir machen.« Die fünf beteiligten Stellen würden dann auch auf Fragen antworten, die über die App gestellt werden. Anspruch der App sei es Transparenz, Akzeptanz und mehr Verständnis für die Betroffenen von Baustellen herzustellen, das seien nicht nur die Anwohnerinnen und Anwohnern, sondern auch all jene, die an Baustellen vorbei fahren oder laufen. Je besser Baustellen mit Bürgerinnen und Bürgern abgestimmt seien, desto reibungsärmer würden sie auch funktionieren, so Bohnhorst. Als Datenbasis für das Finden von Bauvorhaben dient der Baustellenatlas der infreSt.

Enrico Korb von Mastersolution sagt, die App arbeite auch mit Echtzeitdaten. Die App wird also nicht besser, wenn sie von vielen benutzt wird. Daten von Nutzerinnen und Nutzern würden nur anonym erhoben. Die Identifizierung einer Baustelle funktioniert über die Handykamera, darauf braucht die App Zugriff. Man scannt eine Baustellenbake und über den Abstand zur Kamera in Kombination mit GPS-Daten wird die Baustelle eindeutig zugeordnet. Die Satellitenortung alleine wäre bei der Baustellendichte zu ungenau, sagt Korb. Diese Methode sei innovativ und ihm sei keine vergleichbare App bekannt. Bernd Kopplin von der Netzgesellschaft nennt das Projekt »einmalig«. Die Entwicklungskosten lagen etwas über 100 000 Euro.

Auch für Beschäftigte im Baugewerbe könnte die App nützlich sein. Ralf Eibenstein, Oberbauleiter bei Echterhoff, sagt, dass man so sehen könne, was im Umfeld der eigenen Baustelle los sei. Für die Verkehrsplanung, Transportwege und Preisfindung biete die App so wichtige Informationen. Durch koordinierte Aufgrabungen, also »medienübergreifenden Tiefbau« könnten sich Synergieeffekte ergeben.

Die App kann ab sofort für die gängigen Betriebssysteme für Mobiltelefone heruntergeladen werden.

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