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Treffen von Kim und Trump steht auf der Kippe

Pjöngjang verärgert über Militärmanöver der USA mit Südkorea / Ranghohe Gespräche mit Seoul abgesagt

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Gwangju in Südkorea: Ein US-Militärflugzeug vom Typ F-22 Raptor landet im Rahmen des gemeinsamen Großmanövers der südkoreanischen und US-amerikanischen Luftwaffe.
Gwangju in Südkorea: Ein US-Militärflugzeug vom Typ F-22 Raptor landet im Rahmen des gemeinsamen Großmanövers der südkoreanischen und US-amerikanischen Luftwaffe.

Seoul. Aus Verärgerung über ein Militärmanöver unweit seiner Grenze droht Nordkorea mit einer Absage des historischen Gipfels zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump: Wenn die US-Regierung »uns in die Enge treibt und einseitig fordert, dass wir Atomwaffen aufgeben, haben wir kein Interesse mehr an Gesprächen«, erklärte der nordkoreanische Vize-Außenminister Kim Kye Gwan am Mittwoch laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Für Verärgerung in Pjöngjang sorgt aktuell vor allem ein Militärmanöver der USA mit Südkorea.

»Wir haben bereits unsere Bereitschaft zu einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel gezeigt und wiederholt erklärt, dass die USA ihre feindselige Politik gegenüber Nordkorea und atomare Drohungen als Vorbedingung beenden müssen«, sagte der Minister Kim. Pjöngjang erörtere derzeit noch eine Teilnahme an dem geplanten Gipfeltreffen mit Trump. Der Minister wies zugleich ein Angebot von US-Außenminister Mike Pompeo zurück, wonach die USA Nordkorea im Gegenzug für die atomare Abrüstung wirtschaftliche Hilfen in Aussicht stellen könnten. Pompeo war zuletzt zwei Mal nach Pjöngjang gereist.

Pjöngjang sagte auch für Mittwoch geplante ranghohe Gespräche mit Südkorea ab. Angesichts der »derzeitigen schrecklichen Situation« bliebe Pjöngjang keine andere Wahl, als die Gespräche abzusagen, berichtete KCNA. Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums nannte den Schritt »bedauerlich«. Dieser widerspreche dem Ziel der Panmunjon-Erklärung, die Nordkoreas Staatschef Kim und Südkoreas Präsident Moon im April unterzeichneten.

Washington fordert die vollständige und unumkehrbare atomare Abrüstung Nordkoreas. Bislang hat Pjöngjang allerdings nicht öffentlich erklärt, zu welchen konkreten Zugeständnissen das Land bereit ist. Zwar hatte sich Machthaber Kim bei einem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Staatschef Moon Jae In im April zu einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel bekannt, die Äußerung lässt aber Raum für Interpretation.

Früher am Mittwoch hatte bereits die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf KCNA berichtet, Nordkorea erwäge eine Absage des für den 12. Juni in Singapur geplanten Treffens mit Trump. Als Grund wurde ein Militärmanöver Südkoreas mit den USA genannt, welches Pjöngjang als »Provokation« empfinde. »Guten Willen zu zeigen und Möglichkeiten anzubieten, hat auch eine Grenze«, hieß es von KCNA. Die »Max Thunder«-Übungen stellten eine Herausforderung für die im April mit Moon unterzeichnete Erklärung dar, »noch bevor die Tinte trocknen konnte«.

Das US-Außenministerium bezeichnete die Militärübungen mit Südkorea als »nicht provokativ«. Die Übungen würden fortgesetzt, sagte eine Sprecherin. Das Pentagon erklärte, die Übungen seien »defensiver Natur« und erhöhten die Fähigkeit des Bündnisses zwischen Südkorea und den USA, Südkorea zu verteidigen.

Die alljährlich stattfinden Militärübungen »Max Thunder« laufen in diesem Jahr vom 14. bis 25. Mai. Sie waren wegen der Olympischen und Paralympischen Spiele Anfang des Jahres in Südkorea verschoben worden. Agenturen/nd

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