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Die »Klugheit« der Pflanzen

Maurice Maeterlinck

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Wenn man nie Botanik getrieben hat, glaubt man es in der Tat nicht, welche Fülle von Erfindungskraft und Geist von all diesen Pflanzen ausgegeben wird, deren Grün unser Auge erlabt. Man betrachtet doch nur die reizende Kapsel voller Samenkörner bei dem roten Gauchheil (Anagallis arvensis, Abb. 2), die fünf Samenfächer der Balsamine, die fünf Springkapseln des Geraniums. Man übersehe auch nicht den gewöhnlichen Kopf des Mohns, den man bei allen Kräutersammlern findet. Dieser gute dicke Kopf besitzt eine Voraussicht, eine Klugheit, die das größte Lob verdient. Bekanntlich enthält er Tausende von winzigen schwarzen Körnchen. Dieser Same muss so geschickt und so weit wie möglich verstreut werden. Wenn die Samenkapsel platzte, auf den Boden fiele oder sich nach unten öffnete, so würde das kostbare schwarze Pulver nur einen unnützen Haufen am Fuße des Stengels bilden. Nun aber kann es nur durch Löcher in der Spitze der Kapsel hinausgelangen. Sobald dieser reif ist, neigt sie sich über ihren Stängel, stäubt beim geringsten Windhauch und sät die Körner buchstäblich in den Raum, mit der gleichen Gebärde wie ein Sämann.

Maurice Maeterlinck, 1862 in Gent geboren, sei um die Zeit der vorletzten Jahrhundertwende einer der einflussreichsten Autoren Europas gewesen, schreibt Mathias Bröckers im Nachwort zum Band »Die Intelligenz der Blumen«, der den belgischen Autor von einer anderen Seite zeigt als gemeinhin bekannt. Der Dramatiker und Lyriker des Symbolismus, der 1911 den Nobelpreis für Literatur erhielt, widmet sich hier der staunenden Betrachtung der Natur. Allein schon, mit welcher »Erfindungsgabe« sich die einzelnen Blumen fortpflanzen, wie sie das »Auflehnen gegen ihr Schicksal« organisieren! Welche Verbindungen ergeben sich da zum menschlichen Dasein? (Westend Verlag, 96 S., geb., 14 €). I.G.

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