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Kinderfreundliche Kommunen

Sozialministerin Diana Golze (LINKE) überreichte die Preise in einem Wettbewerb

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.

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Lauter Erwachsene sitzen im Saal, aber eine Frau hat ein Baby auf dem Schoß. Mal quengelt es leise, mal quietscht es vergnügt, spielt mit dem Namensschild der Frau, kaut darauf herum. Für schwungvolle Unterhaltung sorgen mit ihrer Vorführung neun Mädchen und ein Junge der Springseiltruppe der Stahnsdorfer Grundschule »Heinrich Zille«, mit Gesang und Tanz begeistern vier junge Mädchen vom Docemus-Campus in Blumberg.

Am Freitag überreicht Sozialministerin Diana Golze (LINKE) in der Potsdamer Staatskanzlei Blumen, Urkunden und symbolische Schecks. Den ersten Preis beim Landeswettbewerb »Familien- und kinderfreundliche Gemeinde« erhält die Stadt Finsterwalde. Diese Anerkennung ist mit 38 350 Euro verbunden. Wie die Summe verwendet wird, das sollen Grundschüler entscheiden. Denn sie dürfen nach dem Motto »Bürgerbeteiligung von Anfang an« auch schon mitreden, wofür die Stadt Geld einsetzt. Zuletzt gaben Grundschüler den Hinweis, dass auf einem Spielplatz Geräte für die Kleinen fehlen, erzählt Bürgermeister Jörg Gampe (CDU).

Den zweiten Preis - und damit 23 010 Euro - bekommt die Stadt Prenzlau, in der es wenig Industrie und viele Arbeitslose gibt, daraus folgend auch viele arme Kinder. Doch die Stadt bemüht sich, den Heranwachsenden die eine oder andere Freude zu machen. So gibt es kostenlose Ferienspiele für mehr als 1000 Kinder. Jeden Tag ist dabei etwas anderes zu erleben, beispielsweise bei den Stadtwerken oder bei der Feuerwehr. Ein Busbetrieb und ein Taxiunternehmen kutschieren die Kinder zu diesen Stationen. Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) zögert keine Sekunde: Selbstverständlich werde das Preisgeld für künftige Ferienspiele fließen.

Über den dritten Preis und 15 340 Euro für seine Gemeinde Neutrebbin freut sich Bürgermeister Werner Mielenz. Die Summe kann er gebrauchen für die Erweiterung eines Spielplatzes, der mit Geräten versehen werden soll, an denen sich Eltern und Großeltern ertüchtigen können, während ihre Knirpse herumtollen. Zu Zeiten von Preußenkönig Friedrich II. bekamen Familien Grund und Boden, und sie wurden für den Anfang von Steuern befreit, wenn sie sich als Kolonisten zur Trockenlegung und Urbarmachung des Oderbruchs in Neutrebbin niederließen. Solche Vergünstigungen gibt es heute nicht mehr. Aber für jedes Neugeborene zahlt die Gemeinde ein Begrüßungsgeld von 100 Euro, und die Einwohner nehmen Zugezogene herzlich in ihre Dorfgemeinschaft auf. Das zahlt sich aus. Die Einwohnerzahl liege seit 15 Jahren ziemlich konstant bei 1450, erzählt Bürgermeister Mielenz. »Andere Dörfer verlieren Einwohner, wir nicht. Das liegt daran, wie wir miteinander umgehen.« Im vergangenen Jahr haben sich acht junge Familien in Neutrebbin angesiedelt.

Seit 1998 gibt es den Wettbewerb um den Titel »Familien- und kinderfreundliche Gemeinde«. Seit 2005 werden die Preise alle zwei Jahre verteilt. Beim ersten Mal gab es 54 Bewerbungen, jetzt 22. Nach Ansicht Ministerin Golze gewinnen auch jene Städte und Gemeinden, die keinen Preis abbekommen. Denn sie haben sich einem wichtigen Anliegen verschrieben. Dafür dankt Golze. »Bleiben Sie weiter am Ball, machen Sie weiter so!«, appelliert die Ministerin.

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