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Rechnung und Berechnung

Kurt Stenger über den anhaltenden Handelsstreit USA-China

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 2 Min.

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Eines muss man der Regierung in Peking lassen: Im Rechnen ist sie eindeutig besser als die Administration in Washington. So führt China nun doch keine Strafzölle auf die in den vergangenen Jahren stark boomenden Importe künstlich verbilligter Hirse aus den USA ein. Die agrarische Retourkutsche auf die Stahlzölle Donald Trumps verkneift man sich, da dies nur die Verbraucherpreise in China verteuern würde.

Zu solch einfachen Rechnungen ist die Trump-Riege nicht fähig. Mit den Stahlzöllen verhält es sich ähnlich - bezahlen müssen es die Häuslebauer in den USA. Doch Washington geht es ohnehin mehr um Berechnung: Im Prinzip dienen die neuen Zölle als Druckmittel, um vielen Staaten kurzfristige und im Unterschied zu den komplexen Freihandelsabkommen niederschwellige Deals abzupressen. Die Stahlarbeiter aus West Virginia, mit denen Trump sich gerne medienwirksam ablichten lässt, sind ihm letztlich schnuppe. Es geht darum, die beim US-Wähler gut ankommende Stärke zu demonstrieren - eine Strategie, die bei Ländern wie Australien, Südkorea und Argentinien bereits Erfolg hatte. Auch die EU rückt von ihrem klaren Kontra ab und bietet mehr Marktöffnung für US-Autos an. Selbst das sonst so unnachgiebige China gibt sich flexibel. Es sieht danach aus, dass Trumps Rechnung aufgeht, die da lautet: Berechnung zahlt sich aus.

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