Werbung

Bundeswehr auf Kriegsfuß mit Vögeln

Großübung sollte in Schutzgebiet stattfinden

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Anfang April hatte die Bundeswehr zu einer Großübung zur Zertifizierung von Teilen der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) geblasen. Dazu abgestellt waren rund 700 Soldatinnen und Soldaten des Panzerpionierbataillons 130 aus Minden/Westfalen mit rund 230 Rad- und 30 Kettenfahrzeugen. Unter anderem sollten sie die Aller überqueren.

Doch die für den Übungsraum zuständigen Landkreise Nienburg und Heidekreis zeigten der Bundeswehr nicht nur einen Vogel, sondern ein ganzes Vogelschutzgebiet. Das geplante Übungsterrain lag in einem sogenannten Natura-2000-Gebiet. Dabei handelt es sich um ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union, das seit 1992 nach den Maßgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgebaut wird. So will man einen staaten- und länderübergreifenden Schutz gefährdeter Pflanzen- und Tierarten in ihren natürlichen Lebensräumen erreichen. Eine entsprechende Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Katja Keul hatte nun zumindest ein Resultat: Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Peter Tauber (CDU), versicherte: »Eine Zunahme von Gewässerübergängen im Zusammenhang mit Übungen der Bundeswehr ist nicht absehbar.«

In den vergangenen Jahren hatte die Bundeswehr insgesamt acht Studien in Auftrag gegeben um festzustellen, welche Auswirkungen das Handeln der Bundeswehr auf die Umwelt hat, teilte das Ministerium fast zeitgleich auf eine Anfrage von Keuls Parlamentskollegin Gesine Lötzsch (LINKE) mit. Umweltschutz, so hieß es, sei »Bestandteil aller Planungen und Handlungen der Bundeswehr in Erfüllung ihres Auftrags«. Was so positiv klingt, hat allerdings einen Haken: »Konkrete Zahlen, die einen militärischen Anteil an der gesamten Umweltbelastung wiedergeben, liegen der Bundesregierung nicht vor.«

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen