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Die HOWOGE setzt auf Holz

1000 Wohnungen sollen mit dem wiederentdeckten Baustoff entstehen

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 3 Min.

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»Mit Holz wird gar nicht so viel gebaut, aber viel darüber diskutiert«, sagt Stefanie Frensch, Geschäftsführerin der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE. In der Wissenschaftsstadt Adlershof realisiert das Unternehmen nun seine ersten ersten Häuser in Holz-Hybridbauweise, eine Kombination aus klassischen Baustoffen und Holz.

Konkret wird die Bodenplatte aus Beton gegossen, auch das Treppenhaus - der sogenannte Erschließungskern - ist aus Beton. Das Erdgeschoss ist gemauert. Für die oberen Etagen und das Dach kommt schließlich der natürliche Baustoff ins Spiel: Fertig vormontierte Holzelemente werden per Lkw angeliefert und vor Ort zusammengebaut. Die Wandelemente sind bereits komplett mit Fenstern, Verkabelung und Steckdosen ausgestattet. »Es kann in einer Präzision gefertigt werden, die beim traditionellen Bauen vor Ort kaum möglich ist«, schwärmt Architekt Markus Lager.

»Zunächst war das einfach eine Auflage im Bebauungsplan für das Areal«, erklärt Frensch. Weil es für die HOWOGE eine Chance gewesen sei, innovative Bauverfahren auszuprobieren, habe sich das Unternehmen »intensiv um das Grundstück bemüht«. Vom bisherigen Verlauf ist die Geschäftsführerin angetan. Man liege in einem Kostenrahmen, mit dem die Mietvorgaben der Landeseigenen - im Durchschnitt unter zehn Euro Kaltmiete pro Quadratmeter - im frei finanzierten Teil eingehalten werden können. »Damit können wir auch der Mittelschicht, die keinen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein hat, ein bezahlbares Angebot machen«, so Frensch. Bei privaten Bauträgern sind Mieten von zwölf, 14 oder 16 Euro pro Quadratmeter inzwischen die Regel.

Die vergleichsweise moderaten Baukosten sind auch auf eine sehr gute Flächenausnutzung zurückzuführen. Das Projekt an sich ist durch die Errichtung dreier relativ kleiner Häuser mit jeweils nur 13 Wohnungen von der Konzeption her eher teurer. »Ich hätte mir schon noch ein, zwei Stockwerke mehr vorstellen können, aber der Bebauungsplan stammt noch aus einer anderen Zeit«, sagt Frensch. 40 Prozent der insgesamt 42 Wohnungen sind gefördert und werden preisgebunden für 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet.

Zehn bis 15 Prozent mehr als in konventioneller Bauweise kostet die Errichtung, schätzt Frensch. Allerdings hat der Hybridbau viele Vorteile. Die Wände in den mit Holzelementen errichteten Etagen sind deutlich dünner, was die Wohnungsfläche bei gleichen Außenmaßen um rund zwei Prozent vergrößert. »Das läppert sich«, sagt die Geschäftsführerin. Auf 50 Wohneinheiten komme man so auf eine zusätzliche Wohnung. Auch die verkürzten Bauzeiten sind ein Plus. Statt klassischerweise in zwei Jahren sei die Baustelle bereits in einem Jahr abgeschlossen. »Das kann gerade bei Nachverdichtungen die Akzeptanz bei den Anwohnern deutlich erhöhen«, so Frensch.

»Wenn man die Vorteile wie die zusätzliche Wohnfläche einrechnet, kommt man derzeit auf Mehrkosten von sechs bis acht Prozent«, sagt Architekt Lager. Er hebt die ökologischen Vorteile hervor: »In jedem Kubikmeter Holz ist eine Tonne Kohlenstoffdioxid gebunden.« Außerdem würden Baustoffe ersetzt, für deren Herstellung sonst große Energiemengen eingesetzt werden müssen. Stefanie Frensch betont das bessere Raumklima im Vergleich zu konventionell gedämmten Häusern.

Vom Baumaterial Holz wird in den Wohnungen kaum etwas zu sehen sein. Wegen des Brandschutzes sind die dünnen Holzelemente mit Gipsfaserplatten verkleidet. Nur die massiven Holzsäulen, die die Decken stützen, bleiben sichtbar. Sie sind stark genug, um einem Feuer lange genug standzuhalten.

Die HOWOGE setzt weiter auf Holz. 1000 Wohnungen sollen in den nächsten Jahren in Hybridbauweise entstehen. Herausragend ist der geplante Wohnturm »Q218« an der Frankfurter Allee in Lichtenberg. In der zweiten Jahreshälfte soll der Bau des rund 65 Meter hohen Gebäudes beginnen. »Bezahlbaren Wohnraum zu errichten heißt nicht, auf Innovationen zu verzichten«, sagt Frensch.

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