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»Wir genießen erst mal im Stillen«

Dzsenifer Marozsan gewann mit Lyon erneut die Champions League, für Wolfsburg gab’s ein Kompliment

  • Von Frank Hellmann
  • Lesedauer: 3 Min.

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Wie schwierig war es, den deutschen Doublesieger VfL Wolfsburg niederzuringen?

Sie haben ein klasse Spiel gemacht. Es war lange eine ausgeglichene Partie. Kompliment an den VfL Wolfsburg. Wir sind durch den abgefälschten Schuss von Pernille Harder etwas blöd in Rückstand geraten, aber als wir dann in Überzahl waren, haben wir das gnadenlos ausgenutzt.

Welchen Einfluss hatte die Gelb-Rote Karte gegen Alexandra Popp beim Stand von 0:1 nach 96 Minuten?

Wenn man so ungeschickt in den Zweikampf geht und eine solche Hinausstellung provoziert, passiert so etwas. Nach dem gleich folgenden 1:1 war ich mir sicher, dass wir das Ding gewinnen. Wir sind wahnsinnig glücklich. Jetzt haben wir am 31. Mai mit dem Pokalfinale gegen Paris St. Germain noch eine Aufgabe vor uns, in der uns auch nichts geschenkt wird.

Deswegen gab es auch keine große Feier in Kiew.

Wir fliegen sofort nach Hause und genießen das erst mal im Stillen. Unser Präsident (Jean-Michel Aulas, Anm. d. Red.) wird uns dafür nach dem letzten Ligaspiel nach Saint-Tropez einladen: Das hat fast schon Tradition.

Was macht ihren Verein so stark?

Es hat noch niemand bei den Frauen geschafft, dreimal in Folge die Champions League zu gewinnen. Also stimmt es nicht, dass wir angeblich die Spannung nicht aufbringen könnten, weil unsere Liga zu schwach ist.

Welche Rolle spielt die Wertschätzung des Frauenfußballs bei Olympique Lyon für all die Erfolge?

Eine sehr große. Der Präsident steht zu 100 Prozent dahinter. Ich habe noch nie einen solchen Mann als Vereinschef erlebt, der sich so für den Frauenfußball einsetzt. Deshalb habe ich mich bei der Medaillenübergabe auch zuerst bei ihm bedankt. Es ist einfach nur großartig.

Sie haben 2015 noch mit dem 1. FFC Frankfurt die weibliche Königsklasse gewonnen, sind dann 2016 nach Lyon gewechselt. Die französische Spielergewerkschaft UNFP hat Sie erneut zur besten Spielerin der Liga gewählt. Bei der Ehrung traten Sie gemeinsam mit Neymar auf. Was bedeutet ihnen das?

Die Wertschätzung, die ich seit meinem Wechsel nach Frankreich dort erhalte und spüre, ist nicht in Worte zu fassen. Ich bin hier wirklich überglücklich.

Ist für Sie ein Wechsel nach England ein Thema, wo der Frauenfußball in großem Stil professionalisiert werden soll?

Ich bin kein Fan vom englischen Fußball - ich mag lieber den technisch anspruchsvollen Stil wie bei uns. Außerdem läuft mein Vertrag in Lyon noch zwei Jahre. Ich habe vor, hier zu bleiben.

Aber wird es nicht in Zukunft deutlich schwieriger die Vormachtstellung zu halten, wenn Klubs wie der FC Chelsea oder Manchester City bald ähnliche Budgets aufbringen?

Ich finde es super, wenn sich der Frauenfußball weiterentwickelt und andere Mannschaften nachziehen wollen. Man hat schon bei der EM 2017 gesehen, dass kleinere Teams weit gekommen sind.

Die WM 2019 findet in Frankreich statt. Die Qualifikation der deutschen Mannschaft entscheidet sich erst am 1. September in Island. Ist es überhaupt vorstellbar, dass Deutschland bei einer WM fehlt?

Nein. Unser Ziel ist es, bei der WM dabei zu sein. Darauf werden wir uns nach dieser Saison zu 100 Prozent fokussieren. Ich wäre daher auch am 10. Juni kurz nach dem Saisonende beim Länderspiel in Kanada dabei gewesen. In unserer Situation ist jedes Spiel wichtig. Aber der Bundestrainer Horst Hrubesch hat mir und den Wolfsburgerinnen nun doch freigegeben.

Nach der WM-Qualifikation übernimmt Martina Voss-Tecklenburg als neue Bundestrainerin. Gab es schon einen Kontakt?

Ich habe alles nur aus den Medien erfahren. Ein Gespräch gab’s noch nicht.

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