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Menschen, die Minderheiten angehören oder sich in Bereichen aufhalten, in denen andere (das können auch Vertreter einer Minderheit sein!) Macht über sie ausüben, wissen ganz gut, was es heißt, ausgegrenzt zu werden. Viele entwickeln die Strategie, übergriffiges Verhalten zu ignorieren, es sogar sich selbst gegenüber zu leugnen. Je mehr aber eine benachteiligte Gruppe sich im öffentlichen Raum Gehör verschaffen kann, desto größer ist die Zahl jener Mitglieder dieser Gruppe, die über Diskriminierung öffentlich sprechen können - und wollen.

In der MeToo-Debatte, in der es im Kern um die Deutungshoheit in der Frage sexualisierter Gewalt (meist von mächtigen Männern) über Benachteiligte (meist sind das Frauen) geht, kann man gut beobachten, wie diese Machtverschiebung sich entwickelt - bis hin zu dem Phänomen, dass die einst Ohnmächtigen lernen, selbst das Spiel der Macht zu betreiben.

Morgan Freeman (80) ist ein Mann, er ist ein bekannter Schauspieler, (»Sieben«, »Million Dollar Baby« - für die Rolle in letzterem Film erhielt er einen Oscar) besitzt eine Produktionsfirma, und er hat möglicherweise diese Macht missbraucht und Frauen in seinem Umfeld sexuell belästigt. Diesen Vorwurf erheben einem Bericht des US-Senders CNN zufolge acht Frauen. So soll er anzügliche Bemerkungen über ihre Figur gemacht und sie begrapscht haben. »Junge, ich wünschte, ich wäre da, hat er gesagt. Ich war damals im sechsten Monat schwanger«, sagte die CNN-Reporterin Chloe Melas.

Die Vorwürfe haben in der US-Öffentlichkeit ein Beben ausgelöst, galt Freeman doch bislang als moralisch sauber. Es gibt aber auch Kritik an Melas, die nach dem Vorfall mit ihren Recherchen begann. Als Betroffene, so heißt es, hätte sie die Story abgeben müssen.

Die Frage, ob ein öffentliches Interesse an einer Berichterstattung begründbar ist, wird indes nicht gestellt. Dabei ist sie wichtig, schließlich war das Verhalten von Freeman nach allem, was man bisher weiß, lediglich moralisch falsch. Eine voyeuristische Berichterstattung führt nur zu Beschämungen und Demütigungen - und zwar auf beiden Seiten!

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