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»Spiderman« darf bleiben

Flüchtling aus Mali wird nach Rettungsaktion für Vierjährigen belohnt

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Paris. Er wird als »Held von Paris« gefeiert und als »neuer Spiderman«: der 22-jährige Flüchtling Mamoudou Gassama, der in Paris mit einer waghalsigen Kletteraktion ein Kind vor einem womöglich tödlichen Sturz aus dem vierten Stock bewahrte. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfing den jungen Mann aus Mali am Montag publikumswirksam und lobte seine »Heldentat«.

»Gassama hat das Leben eines Kindes gerettet, indem er mit bloßen Händen vier Etagen hochgeklettert ist«, lobt Macron den jungen Mann, den er in den prunkvollen Elysée-Palast eingeladen hat. »Bravo!« »Ich habe gar nicht groß nachgedacht«, antwortet der junge Mann, der etwas unbeholfen in Jeans und weißem Sommerhemd in einem Empire-Sessel vor dem Präsidenten sitzt. Er habe sich nur auf die Rettung des kleinen Jungen konzentriert.

Auf dem millionenfach angeklickten Handyvideo von Passanten ist die atemberaubende Rettungsaktion zu sehen: Mit übermenschlich wirkender Kraft klettert der junge Mann in Windeseile an der Hausfassade von Balkon zu Balkon, angefeuert von einer Menschenmenge. Schließlich erreicht er den vierten Stock, wo sich der kleine Junge mit letzter Kraft an die Brüstung klammert, und zieht ihn unter Jubelrufen zu sich hoch. Gerade mal 30 Sekunden dauert die Aktion. »Alle haben applaudiert«, sagt eine Nachbarin.

»Sie sind zum Vorbild geworden, weil Millionen Menschen Sie gesehen haben«, sagt Macron. Er sagt dem Flüchtling aus Mali die rasche Einbürgerung zu - und verbreitet die gute Nachricht bei Facebook und Twitter, wo es dafür zehntausende Likes gibt. Mit der plötzlichen Berühmtheit enden für den jungen Flüchtling aus Mali Monate der Ungewissheit. Im September kam er ohne Einreiseerlaubnis nach Frankreich, laut seinem älteren Bruder lebt er unter schwierigen Verhältnissen in einer Notunterkunft.

Auch die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo telefoniert mit ihm und dankt ihm für seinen »Heldenmut«. Zugleich nutzt die Sozialistin die Aktion für eine Spitze gegen den Präsidenten, dessen Flüchtlingspolitik sie immer wieder kritisiert. Sie hoffe auf ein »positives Signal« für eine Willkommenskultur in Frankreich und eine bessere Integration der tausenden Menschen, die in der Hauptstadt mangels Unterkünften in wilden Zeltlagern hausen müssen. Doch das Signal lässt auf sich warten: Macron macht dem jungen Malier in dem Gespräch klar, dass er eine Ausnahme ist: »Wir können nicht all jenen (eine Aufenthaltserlaubnis) geben, die aus Mali kommen«, betont der Präsident, der eine härtere Abschiebepolitik befürwortet. »Sie haben etwas Außergewöhnliches gemacht«, sagt er zum Abschied zu dem jungen Mann. »Und das rechtfertigt eine außergewöhnliche Entscheidung.« AFP/nd

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