Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Nichts hören, nichts sehen, nichts wissen

Scharfe Kritik an Duisburgs Ex-OB Sauerland im Loveparade-Prozess

Düsseldorf. Der ehemalige Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) ist für seine Zeugenaussage im Loveparade-Prozess scharf kritisiert worden. Sauerland hatte jede Verantwortung für die Katastrophe von sich gewiesen und Fehler der Stadtverwaltung bei der Genehmigung des Spektakels bestritten.

Ein Verteidiger des angeklagten Ex-Baudezernenten Duisburgs sagte am Montag, «der wahre Skandal dieser Katastrophe» sei die Art, wie sich Sauerland als damaliger Chef der Verwaltung für unzuständig erkläre. Er habe sich um die Frage seiner Zuständigkeit herumgestohlen. Als verantwortlicher Leiter der Verwaltung sei er selbstverständlich zuständig. Ein weiterer Verteidiger nannte Sauerland eine «Versinnbildlichung schwacher Führung».

Sauerland habe «ein merkwürdiges Verständnis von Verantwortung» gezeigt, sagte Oberstaatsanwalt Uwe Mühlhoff. Es sei bemerkenswert« wie er jede inhaltliche Verantwortung von sich weise. Seine Behauptung, der Verwaltung seien keine Fehler unterlaufen, sei »nicht nachvollziehbar«.

Ein Nebenkläger-Anwalt sagte, Sauerland habe seine Aufsichtspflicht durch Untätigkeit verletzt. Er wundere sich, dass der Ex-OB nicht angeklagt worden sei. Sauerland hatte ausgesagt, er habe die Planung der Loveparade an die Fachabteilungen delegiert und sich dann aus dem Genehmigungsprozess weitgehend herausgehalten.

Der CDU-Politiker war nach der Tragödie in die Kritik geraten, weil er die politische Verantwortung für das Unglück nicht übernehmen wollte und bereits Stunden später mitteilte, es habe nicht am Sicherheitskonzept gelegen. Im Februar 2012 wählten ihn die Duisburger in einem Bürgerbegehren mit großer Mehrheit ab.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg starben im Gedränge 21 Menschen, mindestens 652 wurden verletzt. Der Prozess um die Verantwortung dafür gegen Mitarbeiter der Stadt Duisburg und des Veranstalters Lopavent hatte im Dezember begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem fahrlässige Tötung wegen Fehlern bei der Genehmigung und Planung der Großveranstaltung vor. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln