Werbung

Feministisch und finanziell angeschlagen

»Missy Magazine« hat finanzielle Probleme / Crowdfunding-Kampagne soll Zeitschrift retten

  • Von Christopher Wimmer
  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Feminismus ist »in«. Beyoncé ist Feministin, Emma Watson auch und bei H&M gibt es Kapuzenpullis mit der Aufschrift »Girlpower«. Selbst konservative Parteien setzen sich verstärkt für die Rechte von Frauen ein. Doch nicht überall, wo groß »Feminismus« draufsteht, ist er auch drin. So werden die Shirts und Pullis der Textilunternehmen von Arbeiterinnen in Kambodscha und Bangladesch hergestellt. Oder es werden unter dem Deckmantel der Frauenrechte Menschen ausgeschlossen: Geflüchtete, Muslime oder Trans-Personen. Dies geschieht, wenn die AfD oder wahlweise auch die NPD deutsche Frauen vor »den Ausländern« schützen will. Oder wenn Alice Schwarzer die Freiheit der Frau durch »den Islam« bedroht sieht.

Eine kluge, queer-feministische Stimme, die sich dieser Fallstricke bewusst ist, ist das Missy Magazine. Die Zeitschrift mit dem Untertitel ‚Popkultur für Frauen‘ verbindet laut Eigendarstellung »die Berichterstattung über Popkultur, Politik und Style mit einer feministischen Haltung«. Erstmals erschien sie 2008 mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren, die mittlerweile auf eine Druckauflage von 25.000 gesteigert wurde.

Doch im zehnten Jahr des Bestehens befindet sich das Magazin in der finanziellen Krise. »Es ist bei Missy so wie bei vielen anderen Printmedien: Die Anzeigen sind weniger geworden«, berichtet Caren Miesenberger. Sie ist Projektmanagerin der #10UndMehrMissy-Crowdfunding-Kampagne und freie Autorin des Magazins. Miesenberger berichtet von einem »großen Umsatzrückgang, bis zu 17 Prozent«. Ein finanzielles Loch habe sich aufgetan, so die Autorin weiter.

Dies soll nun durch die Crowdfunding-Kampagne gestopft werden. Auf der Seite https://www.startnext.com/10undmehrmissy kann man sich bereits ab einem Beitrag von zehn Euro an der Rettungskampagne beteiligen und erhält je nach Spendenbetrag bei erfolgreichem Abschluss ein Dankeschön. Das erste Ziel sind 15.000 Euro: Damit wäre das Magazin für das nächste Jahr gerettet, bei 35.000 Euro wären zwei Jahre sicher. Nach wenigen Tagen sind bereits rund 7.000 Euro eingegangen. Die Kampagne endet am 30. Juni.

Bis dahin müssen also noch ein paar Tausend Euro auf das Spendenkonto eingehen, damit es für das Missy weitergehen kann. Nach Auffassung von Miesenberger ist das dringend notwendig. »In Deutschland gibt es kein anderes feministisches Magazin, das so konsequent wie Missy intersektionalen Queerfeminismus praktiziert, sowohl in seiner Themenwahl als auch in seiner Unternehmenspolitik«, ist sie überzeugt. Gerade vor dem Hintergrund, dass die AfD in den Bundestag gewählt wurde, sei es »allerhöchste Eisenbahn, dass alle sich als links verstehenden Menschen über interne Differenzen hinaus für ein Gegengewicht zum Rechtsruck einsetzen«.

Der Fokus des zweimonatlich erscheinende Magazins liegt auf Pop, Kultur, Politik und Gesellschaft. So gibt es Beiträge über Trans-Familien, Computerspiele, Sexarbeit, Asyl und Alltag und Menstruation in Horrorfilmen. Ebenso wird queere Pornografie behandelt oder Organisationen vorgestellt, die sich für sichere Abtreibungen einsetzen. Man sei an »Themen dran, die in anderen Medien kaum Platz finden – und auch ein wenig stolz darauf, dazu beizutragen, dass sie mehr Gehör finden«, heißt es auf der Seite des Magazins.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen