Werbung

Die Wasserbüffel kommen

Die imposanten Tiere werden zunehmend auch in Nordrhein-Westfalen heimisch

  • Von Elke Silberer,Wesel
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Büffelherde auf der Weide in Wesel gehört den Dörings. Hinter den beiden imposanten »Aufpassern« steht ein Muttertier mit seinem wenige Tage alten Büffelkind. Zwei weitere Artgenossen ruhen träge in einem Wasserloch. Bilder wie aus einer asiatischen Flussregion am Niederrhein. Bäuerin Beate Döring klettert beherzt über das massive Gatter. »Komm mal her. Komm mal her«, flötet sie. Unter dem Singsang ihrer Stimme setzen sich die Tiere in Bewegung, unaufgeregt, ruhig. Der Bulle lässt sich von der Frau streicheln, schmiegt seinen Kopf an ihren Körper. Willi mit den stattlichen Hörnern ist sehr verschmust.

Gemessen an den »Büffelländern« Brandenburg, Niedersachsen und Baden-Württemberg ist Nordrhein-Westfalen mit rund 300 Tieren noch ein Entwicklungsland. Doch das Interesse nimmt zu, so Züchter Martin Mölders in Borken. Die Tiere werden für ihr sehr zartes Fleisch geschätzt und ihre Milch für Mozzarella-Käse.

Aber viele Landwirte halten sie eher aus Liebhaberei - wie Beate und Martin Döring. Sie wollen Nachwuchs züchten und später das Fleisch regional vermarkten. Geld verdienen sie mit ihren Charolai Rindern - also mit normalen Kühen. Ihre zweite Herde mit Jungtieren hat einen »Job« als Landschaftspfleger im Vogelschutzgebiet Bislicher Insel. Von April bis November leben sie hier an einem alten Rheinarm - fressen auch schwer verdauliche Binsen, Röhrichte und Sträucher und halten so die Landschaft frei. Mit ihren flachen und breiten Klauen zertreten sie den Boden weniger als herkömmliche Rinder. Und anders als Rinder brauchen sie keine Impfung gegen Lungenwurm und Leberegel.

Diese Herde steht am gegenüberliegenden Ufer einer großen Wasserfläche - Hunderte Meter von Beate Döring entfernt. Sie ruft. Die Tiere setzen sich zielgerichtet in Bewegung, hintereinander quer durchs Wasser. Radfahrer bleiben stehen. Zu faszinierend ist das Schauspiel. »Wir haben ein Zeichen gesetzt, dass Landwirtschaft mit dem Naturschutz funktionieren kann«, sagt Beate Döring.

Vogelschützer Hans Glader ist begeistert: Wo Wasserbüffel sind, sind auch Insekten. Büffel-Fladen sind für sie ein ganz reizendes Nahrungsangebot und der aufgewühlte Boden am Wasser für einige ein guter Lebensraum. Viele Insekten sind wiederum gute Nahrung für den hier lebenden Storch, Kiebitz und Wiesenpieper.

Und die Büffel auf der Autobahn? Wäre schneller erledigt gewesen, wenn die Polizei die Besitzerin zu ihren Tieren gelassen hätte, so Züchter Mölders. Die Polizei hatte die Tiere betäuben lassen. Aber wer weiß schon, wie Wasserbüffel ticken? dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen