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Im Zeichen des Streiks

Bildungsrauschen

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Noch heute stehen Studierende, Mittelbau und wissenschaftlicher Nachwuchs in Auseinandersetzung mit dem Wissenschaftsbetrieb. Anlass ist die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse, auf die mit Demonstrationen und Streiks reagiert wird. Aktuell stehen Berliner Studierende im Tarifkampf um ihre Entlohnung als Hilfskräfte. Nach gescheiterten Verhandlungen haben ver.di und GEW zum Warnstreik vom 4. bis 16. Juni aufgerufen. Im Zentrum ihrer Forderung steht eine »verbindliche Regelung zur künftigen Ankopplung des Stundenlohns an die Lohnentwicklung der hauptberuflich Hochschulbeschäftigten«, um Studierende aus dem Status der »Beschäftigten zweiter Klasse« herauszuholen und um den »aufgelaufenen Reallohnverlust« etwas entgegenzusetzen.

Diesem Streik geht bereits eine längere harte Tarifverhandlung voraus. Schon im Dezember 2017 demonstrierten rund 450 Studentische Beschäftigte und ihre Unterstützer unter dem Motto »Tanz für einen neuen TVStud« und reagierten damit auf das Scheitern der Verhandlungen. Es folgte im Januar ein Warnstreik, bei dem sich auch Professoren der Humboldt-Universität solidarisch erklärten.

Dann schien ein erneutes Angebot der Arbeitgeber einen Durchbruch zu versprechen; dieses entpuppte sich jedoch aus Sicht der Studentischen Beschäftigten als halbherzig. Ein dynamischer Tarifvertrag wurde nach wie vor kategorisch abgelehnt. Stattdessen wurde von den Hochschulen eine »jährliche Lohnerhöhung bis 2023 auf 13,03 Euro und die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bis zu 10 Wochen« vorgeschlagen.

Um nicht von der allgemeinen Lohnentwicklung abgeschnitten zu werden, wollen die Studierenden eine Anpassung an den Tarifvertrag der Hochschulbeschäftigten, der ihnen die Lohnerhöhung alle zwei Jahre ermöglicht. Bis 2001 war eine solche Anpassung an den Bundesangestellten-Tarifvertrag (BAT) gegeben. Mit der Einführung des Tarifvertrag der Länder (TVL) kam es zur Entkoppelung und damit zur Lohnstagnation über Jahre. (tvstud.berlin)

Die Berliner stehen nicht allein. Im Januar 2017 gründete sich bundesweit das Netzwerk »Prekäres Wissen«, eine offene Plattform zum Thema Prekarität in der Wissenschaft mit dem Ziel einer »gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnenfähigkeit, langfristig möglichen bundesweiten Streikfähigkeit«. Hierfür werden Kooperationen mit »unterstützungswilligen Fachgesellschaften, Professoren und Studierenden« gesucht. (prekäreswissen.wordpress.com) Hieraus hervorgegangen ist das »Netzwerk für gute Arbeit in der Wissenschaft«, das bereits bundesweit 27 Initiativen umfasst und sich gegen »entwürdigende« Arbeitsbedingungen an den Hochschulen wehrt.

Diese rasche Expansion sei ein unmissverständliches Zeichen für das Überschreiten einer akzeptablen Grenze, argumentiert das Netzwerk. Sie erklären sich mit den Berliner Studierenden solidarisch und fordern nachdrücklich von den Hochschulleitungen die Bereitschaft zur Anbindung der Tarifverträge Studierender an den TVL sowie die Aufgabe der üblichen gestückelten Verträge.

Wie sehr die Hochschulen von Studentischen Hilfskräften abhängig sind, haben die Streiks gezeigt. »Geschlossene Bibliotheken, ausgefallener IT-Support, stockende Lehre« waren die Folge. Lena Tietgen

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