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Konfrontation auf hoher See

  • Von Fabian Hillebrand
  • Lesedauer: 2 Min.

Am 17. August 2016 beschießt die libysche Küstenwache die Bourbon Argus, ein von der Organisation Ärzte ohne Grenzen gechartertes Schiff. In das Steuerhaus des Schiffes schlagen mehrere Kugeln ein. Glücklicherweise wird niemand verletzt. Ein Sprecher der Küstenwache sagt später, das Schiff wurde verdächtigt, Öl zu schmuggeln. Die Schüsse sollten »Warnschüsse« sein. Die See war rau, eventuell könnten deshalb Kugeln das Schiff »aus Versehen« getroffen haben.

Am 10. September 2016 wurde ein Speedboot des Vereins Sea-Eye von der Küstenwache beschlagnahmt, zwei Crewmitglieder wurden in die libysche Hafenstadt Zawiya verschleppt und stundenlang verhört. Sie wurden später freigelassen, das Boot vermisst der Verein aber bis heute.

Am 21. Oktober 2016 wurde eine nächtliche Rettung von Sea-Watch von der libyschen Küstenwache unterbrochen. Die Küstenwache schlägt mit Knüppeln auf die Geflüchteten ein, eine Massenpanik bricht aus, was das Schlauchboot beschädigt und zum Sinken bringt. Nach Schätzungen von Sea-Eye ertrinken mindestens 25 Menschen.

Am 23. Mai 2018 intervenierte die libysche Küstenwache in eine Rettungsaktion der Organisationen »SOS Mediterranée« und Ärzte ohne Grenzen. Die Libyer hinderten das Schiff der Hilfsorganisationen daran, sich dem in Seenot geratenen Boot zu nähern. Als Geflüchtete begannen, ins Wasser zu springen, um nicht von der libyschen Küstenwache aufgegriffen zu werden, werden die Rettungsorganisationen aufgefordert abzudrehen.

Am 16. März wird das Schiff von »Proactivia Open Arms« von italienischen Behörden beschlagnahmt. Vorausgegangen war ein langes Ringen mit der libyschen Küstenwache auf hoher See. 73 Seemeilen von der afrikanischen Küste entfernt hatten die Libyer das Schiff bedroht und die Crew aufgefordert, 200 Geflüchtete, die sich an Bord befanden, an sie zu übergeben. Als sich die Crew nach eigenen Angaben weigerte, die Menschen herauszugeben, seien sie mit Schüssen bedroht worden.

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