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Berlin. Ein am Pfingstmontag in Süddeutschland gestarteter Staffellauf für Frieden ist am Samstag in Berlin-Mitte zu Ende gegangen. Seit dem 21. Mai hatten Spaziergänger, Jogger, Marathonläufer und Radfahrer mehr als 1100 Kilometer zurückgelegt, um gegen Rüstungsexporte zu demonstrieren, teilten die Organisatoren zum Abschluss mit. Der Staffellauf war in Oberndorf am Neckar gestartet und stand unter der Überschrift »Frieden geht!«.

Die letzte Etappe war am Samstag ein Halbmarathon von Potsdam in die Hauptstadt der Bundesrepublik, ehe eine Abschlussdemonstration im Regierungsviertel stattfand. Daran haben nach Angaben der Organisatoren rund 1000 Menschen teilgenommen.

Die Organisatoren des Staffellaufs wollten Menschen ermutigen, sich für zivile Konfliktlösungen einzusetzen. Nach ihren Angaben nahmen knapp 2000 Läufer, Spaziergänger und Radfahrer an der Aktion teil. Sie reichten den Staffelstab mit den Forderungen von »Frieden geht!« nach einem grundsätzlichen Verbot des Exports von Waffen und Rüstungsgütern von Etappe zu Etappe weiter.

Der Staffellauf begann am Sitz des Waffenherstellers Heckler & Koch in Oberndorf und führte in den zurückliegenden 13 Tagen von dort über Furtwangen, Lahr, Karlsruhe und Mannheim nach Frankfurt/Main und weiter über Kassel, Eisenach, Jena und Wittenberg bis nach in Berlin. In nahezu jedem größeren Ort an der Strecke fanden Begleitveranstaltungen statt.

Der Koordinationskreis für den Staffellauf umfasste 17 Organisationen. Darunter waren die Evangelische Landeskirche in Baden, das globalisierungskritische Netzwerk Attac, die Naturfreunde Deutschlands und die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges - Ärzte in sozialer Verantwortung.

Die Organisatoren kritisierten, dass Deutschland weltweit der drittgrößte Rüstungsexporteur von Kleinwaffen wie Pistolen und Gewehren sei. Bei Großwaffensystemen wie Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen und Kampfpanzern liege die Bundesrepublik an vierter Stelle beim Export. Die Aktivisten wiesen darauf hin, dass Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag zugesagt hätten, die Rüstungsexportrichtlinien aus dem Jahr 2000 noch in diesem Jahr zu »schärfen«. An dieser Ankündigung würden die Politikerinnen und Politiker nun gemessen.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov, die »Frieden geht!« in Auftrag gegeben hatte, ist eine Mehrheit von 64 Prozent der Bundesbürger gegen den Verkauf von Waffen und anderen Rüstungsgütern ins Ausland. 80 Prozent lehnten Waffenexporte in Kriegs- und Krisengebiete ab. Besonders stark ist die Ablehnung mit 83 Prozent bei Waffenlieferungen an den NATO-Partner Türkei. Streitkräfte der Regierung in Ankara hatte vor wenigen Monaten gemeinsam mit islamistischen Milizen kurdische Gebiete in Syrien überfallen.

Das Friedensbündnis sieht in den Ergebnissen der Umfrage den Auftrag an die Politik, eine restriktivere Rüstungspolitik umzusetzen. Am 6. Juni sollen die Forderungen an Bundestagsabgeordnete aus dem Wirtschaftsausschuss übergeben. Im Parlament ist der Wirtschaftsausschuss federführend für die deutschen Rüstungsexporte zuständig.

Der frühere südafrikanische ANC-Abgeordnete und Rüstungskritiker Andrew Feinstein mahnte die Deutschen, nicht hinzunehmen, dass weltweit im Jahr mehr als eine halbe Million Menschen durch Waffenexporte zu Tode kämen. nd

Foto: dpa/Paul Zinken

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