Werbung

Niedrige Löhne sorgen für Pflegenotstand

Studie: Auch hohe Arbeitsbelastung macht die Arbeit als Erzieherin, Kranken- oder Altenpfleger unattraktiv

  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Düsseldorf. Pflegenotstand und Fachkräftemangel in anderen sozialen Dienstleistungsberufen lassen sich nach einer neuen Studie nur mit einer Aufwertung der Sozialberufe bekämpfen. Vor allem unterdurchschnittliche Löhne und eine hohe Arbeitsbelastung machten die Arbeit als Erzieherin, Kranken- oder Altenpfleger unattraktiv, heißt es in der am Montag vorgestellten Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf.

Trotz der hohen Nachfrage lägen etwa die Brutto-Stundenlöhne von examinierten Altenpflegekräften mit durchschnittlich 14,24 Euro deutlich niedriger als der Mittelwert für alle Beschäftigten in Deutschland von 16,97 Euro. Auch Erzieherinnen bleiben mit 15,91 Euro den Angaben zufolge unter diesem Wert, Alten- und Krankenpflegehelfer verdienten mit 11,09 und 11,49 Euro noch weniger.

Hinzu kämen häufig körperliche und seelische Überlastung, schreiben die Autorinnen Christina Schildmann und Dorothea Voss. Die jahrelange Unterfinanzierung habe dazu geführt, dass die Personaldecken strukturell zu dünn seien. Das löse einen Teufelskreis aus, warnen die Wissenschaftlerinnen: Überlastete Beschäftigte würden häufiger krank, stiegen aus dem Beruf aus oder müssten sogar unfreiwillig vorzeitig in den Ruhestand gehen.

Um Sozialberufe aufzuwerten und attraktiver zu machen, seien deshalb flächendeckende verbindliche Mindest-Personalschlüssel notwendig, wie es sie in anderen Staaten bereits gebe, heißt es in der Studie weiter. In Deutschland müssten sich Krankenschwestern im Schnitt um 13 Patienten kümmern, in den Niederlanden dagegen lediglich um sieben und in US-amerikanischen Krankenhäusern sogar nur um 5,3.

Ein effektiver Weg zu einer besseren Bezahlung ist nach Einschätzung der Expertinnen eine möglichst breite Tarifbindung. Die werde aber unter anderem durch veraltete gesetzliche Regelungen behindert. So werden Tarifsteigerungen bei den Kostenverhandlungen zwischen Krankenkassen und Kliniken nicht voll refinanziert. Neben Verbesserungen bei den Löhnen und der Finanzierung fordern die Wissenschaftlerinnen auch mehr berufliche Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten in den Sozialberufen und eine Vereinheitlichung der Ausbildung und Weiterqualifizierung für Hilfskräfte. epd/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen

nd-Kiosk-Finder