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Kandidat für die Schlangengrube

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Frank Tempel will Bundesgeschäftsführer der LINKEN werden

  • Von Christian Klemm
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die Nachrichtenagentur dpa schreibt von einer »Kampfkandidatur«, er selbst spricht gegenüber dieser Zeitung jedoch von einem »weiteren Angebot«: Frank Tempel, von 2009 bis 2017 Mitglied des Bundestages, will auf dem Leipziger Parteitag der LINKEN am kommenden Wochenende Bundesgeschäftsführer werden - und damit dem ehemaligen Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf nachfolgen, der das Amt zurzeit kommissarisch ausübt. Angesichts des Machkampfes, der aktuell zwischen Parteispitze und Fraktionsführung tobt, ein Sprung in die Schlangengrube.

Wenn es nach dem Willen von Parteichefin Katja Kipping ginge, würde Jörg Schindler aus Sachsen-Anhalt zum neuen Bundesgeschäftsführer gewählt werden – bundespolitisch ein eher unbeschriebenes Blatt. Da hat Tempel jedoch etwas dagegen. Es fehle ein »ausgleichender Pol« in einem Spitzenamt, erklärt der verheiratete Vater von drei Kindern auf Anfrage. Zu viel werde nach seiner Auffassung in seiner Partei gestritten, Inhalte zu sehr personalisiert. Durch sein Zutun soll sich das ändern, so Tempel, der früher als Kriminalpolizist im gehobenen Dienst tätig war. Ab 2010 war er drogenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion - und hat sich in dieser Funktion für die Legalisierung von Cannabis starkgemacht.

Ob er ein Anhänger des Flügels um die Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht ist, ließ Tempel im Gespräch mit »nd« nicht durchblicken. Vielmehr waren Sympathien für Dietmar Bartsch zu vernehmen – und für Matthias Höhn, der vor Wolf Bundesgeschäftsführer war. Beide werden in der Linkspartei dem Realo-Flügel zugeordnet. Tempel selbst ist Mitglied in dem Realo-Netzwerk »Forum Demokratischer Sozialismus«. Auf Unterstützung aus dem Wagenknecht-Lager kann er damit wohl nicht rechnen. Oder vielleicht doch?

Seine Kandidatur sei übrigens »kein Affront gegen die Parteispitze«, unterstreicht Tempel, der im Altenburger Land lebt. Das werden einige Genossen bestimmt anders sehen.

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