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Diplomatie ohne Samthandschuhe

US-Botschafter Grenell ist nicht anders als andere Diplomaten, nur versteckt er es nicht hinter einem Protokoll, findet Alexander Isele

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: 1 Min.

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Diplomatie ist Machtpolitik mit Samthandschuhen. Nach außen hin herrscht ein strenges Zeremoniell - das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen von 1961 regelt, wie sich Diplomaten in anderen Ländern zu verhalten haben. Dort steht, dass sie sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmischen sollen. Hinter den Kulissen sieht das aber anders aus: Botschafter üben Druck aus, Spione gehen ein und aus, Kanzlerinnenhandys werden abgehört und manchmal gar Umstürze vorbereitet. Samthandschuhe sollen das Offensichtliche verdecken.

Richard Grenell verzichtet auf Handschuhe. Der neue US-Botschafter in Berlin möchte Politik machen, Europa nach eigenen Vorstellungen umgestalten, rechten geschichtsrevisionistischen Kräften zur Macht verhelfen. Grenell sagt das offen im Interview mit der rechtsradikalen Propagandaseite Breitbart. Seinem Chef Donald Trump dürfte der Botschafter damit gefallen, dass Entsetzen unter deutschen und teilweise auch amerikanischen Politikern ist groß.

Grenell handelt damit jedoch nicht anders, als andere Botschafter auch: In Griechenland kennt man das von der deutschen Diplomatie. Dass ein Botschafter aber nicht einmal versucht, keine Fingerabdrücke zu hinterlassen, ist allerdings neu.

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