Werbung

Langzeitstudenten erfreuen die Kassenwarte

Thüringen: Konferenz der Studierendenschaften fordert Abschaffung von Gebührenzahlungen an die Hochschulen

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Erfurt. Thüringer Hochschulen haben im vergangenen Jahr fast 2,5 Millionen Euro durch Langzeitstudiengebühren eingenommen. Die Einnahmen stiegen nach Angaben des Wissenschaftsministeriums in Erfurt seit 2014 nur leicht - von damals 2,43 Millionen Euro auf 2,47 Millionen im vergangenen Jahr. Zuvor waren die Einnahmen aus den Gebühren leicht zurückgegangen.

Überschreiten Studenten die Regelstudienzeit um mehr als vier Semester, müssen sie in Thüringen 500 Euro pro Semester extra zahlen. In der Vergangenheit hatte diese Regelung mehrmals zu Protesten der Studenten geführt - etwa Anfang des Jahres, als es um die Novellierung des Thüringer Hochschulgesetzes ging.

»Langzeitstudiengebühren sollten abgeschafft werden, weil sie viele im Studium behindern, gerade wenn andere Aufgaben im Leben hinzukommen - etwa ein Kind oder Pflege«, sagt Donata Vogtschmidt von der Konferenz Thüringer Studierendenschaften (KTS).

Das Wissenschaftsministerium verweist darauf, dass das Thüringer Hochschulgesetz für Studierende mit Kind Ausnahmen vorsieht. So könne die Regelstudienzeit für die Kindererziehung maximal verdoppelt werden. Auch für Studenten, die sich aktiv in Hochschulgremien engagierten, gebe es maximal zwei Semester Aufschub. Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums in Erfurt waren von den rund 50 000 Studierenden an Thüringer Hochschulen im vergangenen Studienjahr 6460 Langzeitstudenten. Davon zählten 823 als Härtefälle und wurden von den Gebühren befreit.

Vogtschmidt kritisiert, dass die Regelstudienzeit nicht immer realistisch bemessen sei. Als Beispiel nannte sie Studiengänge der Technischen Universität (TU) Ilmenau, wo Studenten wegen ihrer Praxissemester häufig länger studierten. Von den rund 6000 Studenten an der TU Ilmenau mussten nach Angaben der Universität 1216 im vergangenen Studienjahr Extra-Gebühren zahlen, weil sie deutlich länger studierten. Die Hochschule nahm mit diesen Gebühren fast eine halbe Million Euro ein.

Nach Angaben des Ministeriums beenden 87 Prozent aller Thüringer Studenten ihr Studium innerhalb der Toleranzzeit oder früher. Eine Abschaffung sei auch deshalb nicht nötig, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte. »Die Langzeitstudiengebühren halten die Studierenden dazu an, das Studium zielstrebig und zügig abzuschließen.« Ziel sei es, die Studienzeit zu verkürzen und etwa »Mitnahmeeffekte durch Studierendenstatus zu minimieren«. Nach Auffassung der Konferenz Thüringer Studierendenschaften sollte dagegen Bildung im Freistaat generell gebührenfrei sein. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!