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Jürgen Amendt plädiert für Entkrampfung in der Gender-Debatte

  • Von Jürgen Amendt
  • Lesedauer: 1 Min.

Sternchen, Schrägstrich, Unterstrich oder gar ein X? Eingeweihte wissen sofort, was mit diesem kryptisch formulierten Satz gemeint ist. Es geht darum, das sogenannte generische Maskulinum, das in der deutschen Schriftsprache bei Kollektivbegriffen angewandt wird, durch Formulierungen zu ersetzen, die allen Geschlechtern gerecht werden. Man nennt das gendern. Schon die Erwähnung dieses Begriffs erzeugt die hitzigsten politischen Debatten. Während Kritiker vor einer Sprachpolizei warnen, argumentieren die Verfechter der gendergerechten Sprache damit, dass beispielsweise Frauen in der deutschen Sprache besser versteckt seien als unter einer Burka.

Dieses Sprachbild symbolisiert, um was es eigentlich geht: um Deutungshoheit, um Macht, um den Kampf um und gegen Privilegien. Beide Seiten fühlen sich im Recht. Dabei, und das sei an dieser Stelle als Vorschlag zur Entkrampfung der Debatte erwähnt, war die deutsche Rechtschreibung nie ein geschriebenes Gesetz, ein »Muss«. Schön, dass die Duden-Redaktion jetzt offiziell verkündet, dass das Regelwerk immer nur Empfehlungen ausspreche, keine Vorschriften formuliere. Alle Seiten sollten zur Kenntnis nehmen, dass Sprache - die gesprochene sowieso, aber auch die geschriebene - sich schon immer verändert hat.

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