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Autohändler fürchten um Absatz

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Verunsicherte Verbraucher, untätige Hersteller, Besitzer von Autohäusern, die Existenzängste haben: Der Dieselskandal und die aktuelle Debatte um Fahrverbote zur Einhaltung von Stickoxid-Grenzwerten spalten die Automobilbranche. Eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit rund 300 Teilnehmern in Räumlichkeiten der Universität Kiel machte das diese Woche mehr als deutlich.

Was der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Jürgen Karpinski, vor wenigen Tagen in einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) noch vergleichsweise vorsichtig formulierte, wurde von Vertretern der örtlichen Kraftfahrzeuginnung auf der Veranstaltung viel drastischer geäußert. Wünscht sich Karpinski noch recht bescheiden, eine Hardware-Nachrüstung für Dieselfahrzeuge »rechtssicher zu regeln«, lautete der Tenor in Kiel, dass das derzeitige Nachrüstungsverbot ein Schulterschluss von Autoindustrie und dem Bundesverkehrsministerium sei. Alle Hoffnungen setze man daher auf Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), die sich - anders als Scheuer - für eine gesetzlich geregelte Hardware-Nachrüstung stark macht.

Wie Jan-Nikolas Sontag vom Kfz-Gewerbeverband Schleswig-Holstein erklärte, bleiben die Autohändler nämlich zunehmend auf Dieselfahrzeugen mit der Euro-5-Norm sitzen, auch Diesel-Gebrauchtwagen sind zu Ladenhütern geworden. Jede Diskussion um Fahrverbote in Innenstädten oder Ballungsräumen wie aktuell auch in Kiel ist für die Branche geschäftsschädigend. Auch daher gehe man nun mit Veranstaltungen wie der in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt in die Öffentlichkeit, so Sontag.

Hans Wilhelm Hansen, Obermeister der Kfz-Innung Kiel/Neumünster, rät derzeit vom Kauf eines neuen Diesel-Pkw ab. Er vermutet, dass auch in Fahrzeugen mit der Euro-6-Norm eine Software verwendet wird, mit der es bei den zu erwartenden nächsten strengeren Grenzwerten oder Messkriterien seiner Ansicht nach wieder Probleme geben wird. Genauso prophezeit er auch dem Benzinmotor in spätestens zwei Jahren eine umfängliche Umweltverträglichkeitsdebatte.

Hansen kritisiert aber auch die Ineffizienz des Elektroantriebs - in materieller wie ökologischer Hinsicht. So seien die derzeitigen hohen Anschaffungs- und Folgekosten für viele Autokäufer nicht tragbar. Hinzu komme die bisher ungeklärte Frage, ob der Betrieb von E-Fahrzeugen mit erneuerbare Energien bewältigt werden könne. Zur Bekräftigung dieser These ist mit Simon Peter ein Referent der ADAC-Technikabteilung in den Norden gekommen. Teilweise glich die Diskussionsrunde dann aber eher einer Werbeveranstaltung, als ein Vertreter der Baumot-Group technische Lösungen für eine Hardware-Nachrüstung erläuterte, die von der in Witten ansässigen mittelständischen Firma angeboten werden.

Stärkerer Druck der Öffentlichkeit auf die Politik und auch auf die Autohersteller - dieser Appell einte am Ende alle Teilnehmer der Veranstaltung. Aber auch dort blieben viele spezifische Fragen unbeantwortet, die Dieselautobesitzer derzeit umtreiben: etwa die nach den Erfolgschancen von Klagen gegen Autokonzerne oder jene zu Mahnungen des Kraftfahrt-Bundesamtes, sein Fahrzeug einem Software-Update unterziehen zu lassen.

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