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Er war Vietnams prominentester Dissident. Am Donnerstag durfte Nguyen Van Dai überraschend das Gefängnis in Vietnam verlassen und nach Frankfurt am Main fliegen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Menschenrechtsorganisationen, der Deutsche Richterbund und mehrere Bundestagsabgeordnete hatten sich für seine Freilassung stark gemacht. Der heute 49-Jährige hatte 1989 ein Jahr lang in der DDR als Vertragsarbeiter gelebt und nach seiner Rückkehr nach Vietnam Jura studiert. Sein späteres Anwaltsbüro vertrat Menschen, die wegen politischer Delikte belangt wurden: Gewerkschafter und Betriebsräte, katholische Priester und von Landnahme betroffene Angehörige ethnischer Minderheiten.

Dai engagierte sich in der kurzen Tauwetterperiode, die Vietnam bis 2006 erlebte, auch politisch: Er war Mitinitiator des »Appells der 118«, der den friedlichen Übergang zum Mehrparteiensystem forderte. Die Unterzeichner beriefen sich dabei auch auf die Unabhängigkeitserklärung von Ho Chi Minh aus dem Jahr 1945 - nicht akzeptabel für eine vietnamesische Führung, die das Erbe des Staatsgründers und Revolutionshelden allein beansprucht. Ein Jahr nachdem der Parteitag 2006 das Tauwetter beendete, stand Dai vor Gericht: Wegen Propaganda gegen den sozialistischen Staat wurde er zu fünf Jahren Haft und anschließend vier Jahren Hausarrest verurteilt. Als Anwalt durfte er nicht mehr arbeiten.

2015 wurde er erneut festgenommen und vor zwei Monaten wegen »Vorbereitung eines Umsturzversuches« zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er hatte ein Netzwerk für Demokratie gegründet, das Pressefreiheit, eine unabhängige Justiz und mehr Transparenz in Politik und Verwaltung forderte.

Dai saß diesmal in strenger Isolationshaft, bekam zeitweise weder Besuch noch Medikamente und Wechselkleidung. Als ihm der Deutsche Richterbund seinen Menschenrechtspreis verlieh, hat er davon nicht einmal erfahren.

In Frankfurt möchte Dai nach eigenen Angaben erst einmal zur Ruhe kommen und sich nach der Haft gesundheitlich stabilisieren.

Rosa - Dietz-Verlag

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