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Mit der U-Bahn über die Grenze

Verbindung zwischen Dänemarks Hauptstadt und dem schwedischen Malmö soll auch Öresundbrücke entlasten

  • Von Bengt Arvidsson, Stockholm
  • Lesedauer: 2 Min.

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Eine internationale U-Bahn-Linie soll zwischen Kopenhagen und dem auf der anderen Seite des Öresunds liegenden Malmö durch das Meer gegraben werden. Von Küste zu Küste sollen es 22,1 Kilometer sein. Darauf haben sich die Bürgermeister Kopenhagens, Frank Jensen, und der schwedischen Nachbarstadt, Katrin Stjernfeldt Jammeh, geeinigt. Die Verbindung soll zusätzlich zur Öresundbrücke entstehen. Beide Städte müssen aber noch ihre Regierungen vom Nutzen des teuren Projektes überzeugen.

»Die Malmö und Kopenhagen verbindende Öresund-U-Bahn ist von einer bereits vor sechs oder sieben Jahren erträumten Vision zu einer möglichen Wirklichkeit geworden«, sagt Jensen. »Es wird die erste U-Bahn weltweit, die zwischen zwei Ländern pendelt«, so Projektleiterin Maria Bredin von der Stadt Malmö. 2035 sollen die ersten U-Bahnen zwischen den Ländern rollen. Dann sollen bis zu 36 Züge in beiden Richtungen mit einer Maximalgeschwindigkeit von 120 km/h gleichzeitig eingesetzt werden können. Die Bauzeit wird auf sieben Jahre geschätzt. Das Projekt soll vier Milliarden Euro kosten. Finanziert werden soll es durch Fahrkarteneinnahmen, EU-Finanzierungen und Gewinnen aus der Öresundbrücke, wenn deren Baukosten abbezahlt sind.

Die Fahrzeit soll sich von 35 bis 40 Minuten mit dem Zug über die Öresund-Brücke vom Hauptbahnhof Kopenhagen zum Hauptbahnhof Malmö auf 20 bis 23 Minuten mit fünf U-Bahn-Stationen verkürzen. Die Öresund-Brücke ermöglicht derzeit maximal 1,3 Millionen Menschen pro Jahr die Überquerung. Mit der zusätzlichen U-Bahn-Linie wären es 2,3 Millionen Menschen, so die Stadt Malmö. »Es würde Wachstum und Entwicklung, neue Jobs, Investitionen und Talent fördern«, sagt Jensen.

Die Bürgermeister von Kopenhagen und Malmö haben einen Rat gegründet, der mit der Planung des Projektes betraut ist. Vor allem die fast halbierte Reisezeit gilt als Argument. Derzeit pendeln zwar bereits viele Einwohner zwischen beiden Städten über die Öresund-Brücke, aber wirklich gefühlt zusammengewachsen sind die Städte dadurch nicht.

In Malmö gibt es noch keine U-Bahn. Es ist unklar, ob die geplante Linie nur zu zwei Stationen im Wohn- und Geschäftsstadtteil Westhafen und zum Hauptbahnhof führen wird, oder ob Malmö in weiteren Stadtteilen U-Bahn-Stationen bekommen wird.

Die U-Bahn könnten den Arbeitsmarkt der Region vergrößern. »Wie würden von derzeit 800 000 Arbeitsplätzen, die in unserer Region innerhalb von einer Stunde zu erreichen sind, auf 1,3 Millionen kommen«, sagt Malmös Bürgermeisterin Stjernfeldt Jammeh. Zudem wird damit gerechnet, dass die Öresund-Brücke mittelfristig an ihre Belastungsgrenzen stößt und dann zu einem Flaschenhals wird.

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