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Wie Banken an ihrer jungen Klientel verdienen

Girokonten speziell für Jugendliche

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 4 Min.

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Die meisten Banken und Sparkassen bieten nach wie vor Jugendkonten ohne monatliche Grundgebühr an - während für Erwachsene ständig neue Gebühren erhoben werden. Kinder und Jugendliche gelten in der Bankenszene als wichtige Zielgruppe. Außerdem bilden sie eine Zielgruppe, in der die Marktanteile noch nicht weitgehend verteilt sind.

Deutschlands Bankkunden wechseln im internationalen Vergleich besonders ungern ihre Bankverbindung. Neue Kunden zu gewinnen, ist daher sehr aufwendig und teuer. So wirbt die Commerzbank pünktlich zur Weltmeisterschaft in Russland mit den Fußballspielern des Deutschen Fußballbundes (DFB) und lockt neue Kunden mit einer »Prämie« von 100 Euro.

Angeblich besitzt schon jeder zweite Jugendliche im Alter von 14 bis 15 Jahren ein eigenes Girokonto. Die angebotenen Kontomodelle umfassen oft Online-Banking und teils sogar eine Prepaid-Kreditkarte. Vor der Entscheidung sollten Jugendliche und deren Eltern aber die Konditionen vergleichen - es gibt auch negative Ausreißer. Das zeigt der Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) in Hamburg. Es hat Jugendkonten von 33 Finanzinstituten getestet.

»Die Kontoprodukte für Jugendliche und junge Erwachsene können insgesamt nicht vollends überzeugen«, lautet das Fazit der Studie. Nur drei Finanzinstitute erhielten das Qualitätsurteil »sehr gut«.

Ein Schwachpunkt ist der Service: »Nur wenige Institute bieten beispielsweise ein gut ausgebautes Filialnetz«, so DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer. Dabei ist ein guter Service und beispielsweise eine Filiale mit Beratungsmöglichkeit in der Nähe gerade für Nachwuchskunden wichtig.

Zinsen tendieren gegen null

Auch als Geldanlage sind Jugendkonten - wie viele andere Giro- und Tagesgeldkonten - kaum geeignet. Die untersuchten Produkte bieten oft gar keine oder nur eine sehr geringe Verzinsung von 0,01 bis 0,03 Prozent (für ein beispielhaftes Guthaben von 500 Euro an).

Immerhin fallen bei den untersuchten Jugendkonten in der Regel keine Gebühren für die Kontoführung an. Allein die größte deutsche Sparkasse, die Haspa in Hamburg, berechnet eine monatliche Grundpauschale in Höhe von 2,50 Euro. Die Haspa bietet dafür - wie einige andere Institute - sogenannte Mehrwertleistungen, wie etwa eine Handyversicherung.

Auch die weitere Nutzung eines Jugendkontos ist meist günstig oder sogar kostenfrei. Im Test wurden die Kosten für den allgemeinen Zahlungsverkehr untersucht, etwa für eine beleglose und beleghafte Überweisung, vier Buchungsvorgänge und eine Bareinzahlung. Bei fast zwei Drittel der untersuchten Banken und Sparkassen fallen hierfür keine Kosten an; einige Finanzinstitute verlangten allerdings bis zu 2,19 Euro.

Beste Jugendkonto-Anbieter

Testsieger ist die Sparkasse Bremen mit dem Qualitätsurteil »sehr gut«. Das kostenfreie Jugendkonto ist in puncto Konditionen führend und überzeugt unter anderem mit einem kostenfreien allgemeinen Zahlungsverkehr; auch eine Grundgebühr fällt nicht an. Bei einem Guthaben von 500 Euro ist zudem die Verzinsung zum Testzeitpunkt mit 2,0 Prozent außergewöhnlich hoch. Kunden ab zwölf Jahren steht darüber hinaus eine Prepaid-Kreditkarte gratis zur Verfügung. Genau genommen ist dies keine Kreditkarte, denn die Eltern müssen zunächst Geld einzahlen. Den zweiten Rang belegt die Sparkasse Nürnberg, den dritten Platz sichert sich die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg.

Wie alt muss man sein?

Eine Wissenschaft für sich ist offenbar die Frage, ab welchem Alter man ein solches Konto abschließen kann. Je nach Institut gibt es da erhebliche Unterschiede. In einigen Fällen können die Eltern - wie bei einem Fußballverein - schon das Neugeborene anmelden. Ab sechs oder sieben Jahre bieten viele Banken ein Minderjährigenkonto an. Da die Kinder noch nicht geschäftsfähig sind, muss mindestens ein Elternteil die Kontoeröffnung unterschreiben. Meistens gibt es eine Altersobergrenze, von der an das Konto kostenpflichtig wird.

Mit dem Konto erhält Ihre Tochter oder Ihr Sohn eine eigene Girocard und einen Zugang zum Online-Banking, um schon mal erste Erfahrungen damit zu sammeln. Sie sollten auch bei Ihrer Sparkasse oder Volksbank vor Ort nachfragen, ob sie ein Kinderkonto mit Verzinsung anbieten. Generell ist es ratsam, so Verbraucherexperten, die Auswahl des Kontos am künftigen Bedarf des Jugendlichen auszurichten. Ein ideales Konto für alle gibt es nicht. Die WM-freundliche Commerzbank schnitt übrigens im Test nur mit »befriedigend« ab.

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