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Kommt Merkel?

Andreas Koristka überlegt, wer bei der Fußball-WM anstelle der Kanzlerin das deutsche Team verstärken könnte

  • Von Andreas Koristka
  • Lesedauer: 3 Min.

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Egal, ob Sandro Wagner zu Hause bleiben musste (charakterliche Gründe) oder Mario Götze (schmerzhafter Milchzahndurchbruch) - bezüglich der deutschen Fußballnationalmannschaft der Herren galt es in jüngster Vergangenheit viele harte Entscheidungen zu treffen. Die schwerste Personalfrage ist aber noch unbeantwortet: Wird Joachim Löw Angela Merkel mit nach Russland nehmen können?

Erblickt man den Bundestrainer in diesen Tagen, dann sieht man ihm die Last der Entscheidung an. Die Sorgenfalten seiner Stirn können nur noch notdürftig von den perfekt mit Niveaprodukten aufshampoonierten Haaren verdeckt und mit den hervorragenden Tagescremes für Herren kaschiert werden. Auf seinen Schultern ruht die Last einer ganzen Nation zuzüglich des Gewichts seiner perfekt geschnittenen Hemden. Löw weiß natürlich, dass die Bundeskanzlerin von ihrer Veranlagung her schon au ein Stück weit das Spiel in der Vergangenheit für Deutschland interessant gemacht hat.

Es war immer schön anzusehen, wenn Merkel von der Tribüne aus Impulse setzte, wenn die Slowmotion sogar verriet, dass der Kanzlerin in ihrem freundlichen Patriotismus ein Geiferfaden der Vaterlandsliebe aus dem Mundwinkel rann. Dann war auch der Jubel vor den Fernsehgeräten daheim groß. Und nicht nur Löw war begeistert, wenn Merkel im Freudentaumel in der Umkleidekabine auftauchte, um endorphinbesoffen den nackten Özil, mit einem nassen Handtuch auf den Hintern schlagend, durch die Katakomben der Stadien zu jagen und anschließend dem kleinen Philipp Lahm übermütig die Brustwarzen umzudrehen.

Merkel gehört mittlerweile zu den altgedienten Haudegen des DFB-Teams und der Bundestrainer hat in bewiesen, dass er loyal ist. Die Qualitäten von Merkel weiß er durchaus zu schätzen, aber die wichtigste Frau des Landes, die Hoffnungsträgerin der freien Welt und Gralshüterin der sedierenden Passivkonstruktionen könnte trotzdem aus freien Stücken auf ihre Teilnahme verzichten.

Der Grund allen Übels ist wieder einmal Wladimir Putin. Mit dem russischen Präsidenten verbindet Merkel eine lange und innige Feindschaft, seit Putin ihr bei einem gemeinsamen Pressetermin im Jahr 2010 einen tollwütigen Braunbären auf den Hals hetzte, obwohl er wusste, dass Merkel unter einer Phobie gegen blutrünstige Bestien leidet. Hinzu kamen die Annexion der Krim, Russlands Wahlhilfe für Donald Trump und die Domestizierung Gerhard Schröders als Kreml-Maskottchen. Wen nimmt es Wunder, dass Merkel nicht sonderlich gut auf den russischen Präsidenten zu sprechen ist und dass sie ihm eigentlich nicht die Ehre eines weiteren Merkel-Besuchs gönnt?

Aber die Kanzlerin muss auch die Gefühle ihres Volkes berücksichtigen und letzteres wünscht sich die Titelverteidigung vor Stalingrad mit allem Pipapo. Und da wird es heikel: Jogi Löw ist zwar taktisch in der Lage, auf Veränderungen seines Kaders zu reagieren. Doch kann sein Team einen möglichen Verlust von Merkel kompensieren? Die jüngste Niederlage gegen Österreich und ein schmaler 2:1-Sieg gegen Saudi-Arabien lassen zumindest Zweifel aufkommen …

Welche Alternativen hätte der Bundestrainer auf der Tribünenposition überhaupt? Zum einen wäre da Horst Seehofer. Der Bayer hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er gut mit Wladimir Putin kann. Auch in Sachen Nationalismus und Leidenschaft wäre der Heimatminister durchaus ein würdiger Ersatz. Aber hinsichtlich entwaffnender Niedlichkeit kann Seehofer Angela Merkel natürlich nie und nimmer das Wasser reichen. Außerdem wäre er nicht hilfreich, weil er Sami Kedhira umgehend abschieben lassen würde.

Löw wäre also gut beraten, wenn er als dritte Wahl Frank-Walter Steinmeier in den Kader nachberufen würde. Der hat zwar bislang eine sehr unauffällige Saison gespielt, aber dafür gäbe es für ihn auch nicht so einen immens hohen Erwartungsdruck. Also, los geht’s! Ab jetzt zählt nur noch aufm VIP-Platz!

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