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Bremerin aus Cizre

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Die Linkspartei der Türkei - die Demokratische Partei der Völker HDP - ist schon seit Jahren auch in der Bundesrepublik aktiv. Bereits 2015 gründete sich beispielsweise eine Plattform der HDP in Berlin. Dennoch hat die wegen ihres Erfolges in der Türkei enormen Repressionen ausgesetzte Partei nun einen großen Schritt getan: Am vergangenen Sonntag gründete sie sich offiziell als HDP Deutschland. Und an der Spitze steht mit Leyla Îmret eine Politikerin, die mit ihrer Biografie das verkörpert, was die HDP Deutschland ist: Ausdruck der Verfolgung der Partei in der Türkei und gleichzeitig Produkt einer starken linken türkischen und kurdischen Diaspora in der Bundesrepublik.

Denn Leyla Îmret wurde 1987 im Südosten der Türkei, in Cizre geboren. Dort wuchs sie im Krieg auf, als sie vier Jahre alt war, fiel ihr Vater als PKK-Kämpfer im Gefecht mit dem türkischen Militär. Mit acht Jahren flüchtete Îmret zu Verwandten nach Deutschland, sie ging in Bremen zur Schule und absolvierte hier eine Lehre zur Friseurin. Als sie 2014 mit 26 Jahren und nur ein Jahr nach ihrer Rückkehr nach Cizre zur Bürgermeisterin der 100 000-Einwohner-Stadt gewählt wurde, schlagzeilte die »Berliner Zeitung« daher »Friseurin aus Bremen wird Bürgermeisterin«. Bei den Wahlen erhielt Îmret 83 Prozent der Stimmen, sie hatte für die linke, kurdische Partei BDP kandidiert, eine der Quellorganisationen der HDP.

Bei den nationalen Parlamentswahlen im Juni 2015 erhielt die HDP 13 Prozent der Stimmen - und Erdoğans AKP verlor die absolute Mehrheit. Es folgten: eine Wiederaufnahme des Krieges gegen die PKK, Neuwahlen und eine bis heute anhaltende Verfolgungswelle gegen die HDP. Dazu gehörte auch, dass etliche Bürgermeister der Partei im Südosten des Landes ab- und durch regierungstreue Statthalter ersetzt wurden. Im Herbst 2015 betraf dies auch Leyla Îmret, sie wurde ihres Amtes erhoben - und über Cizre wurde eine wochenlange Ausgangssperre verhängt. 2017 floh die heute 30-Jährige zum zweiten Mal nach Deutschland.

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