Werbung

Kim bekennt sich zu nuklearer Abrüstung

Nordkoreas Machthaber bereit zu einer kompletten atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel

  • Lesedauer: 4 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Singapur. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich zu einer kompletten atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel bereiterklärt. In dem gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump am Dienstag in Singapur unterzeichneten Gipfeldokument erklärt er sein »festes und unerschütterliches Bekenntnis« zu einer umfassenden atomaren Abrüstung. Im Gegenzug sichert Trump Sicherheitsgarantien zu.

Allerdings fehlt in dem Dokument zunächst jede zeitliche Festlegung. An einer anderen Stelle des Textes heißt es, Kim werde im Sinne der gemeinsam mit Südkorea erreichten Erklärung von Panmunjom auf die atomare Abrüstung »hinarbeiten«.

Die USA und Nordkorea wollen weiter auf eine »anhaltende und stabile« Friedenslösung für die koreanische Halbinsel hinarbeiten. US-Außenminister Mike Pompeo soll baldmöglichst mit einem hochrangigen Vertreter zusammenkommen, um mit der Umsetzung der Gipfelergebnisse zu beginnen. Die Beziehungen beider Länder sollen auf eine neue Basis gestellt werden, heißt es in der Erklärung.

Der Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un hatte am Dienstag in freundlicher Atmosphäre begonnen. Trump zeigte sich nach einer ersten Gesprächsrunde optimistisch: Die Beratungen liefen »sehr, sehr gut«.

Nach dem Auftaktgespräch, bei dem die beiden Staatenlenker nur die Übersetzer dabei hatten, kamen dann ihre Beraterteams hinzu. Zentrales Thema der Gespräche war das nordkoreanische Atomprogramm.

In einer Szene für die Geschichtsbücher waren Trump und Kim zum Auftakt des Gipfels auf einer Veranda des »Capella«-Hotels über einen roten Teppich langsam aufeinander zugeschritten. Dann hielten sie sich rund 15 Sekunden lang die Hand, wobei sie sich in die Augen blickten und einige Worte wechselten. Anschließend drehten sich beide den Kameras zu. Jeweils sechs Fahnen beider Länder waren hinter ihnen aufgereiht.

Von Anfang an signalisierten beide Staatenlenker durch ihre Körpersprache, dass ihnen an einem freundlichen Umgang gelegen war. Sie berührten sich gegenseitig an den Armen, lächelten und schüttelten sich nach der ersten Begegnung auch später wieder die Hände.

Trump sagte zum Auftakt voraus, dass der Gipfel zu einem »großartigen Erfolg« und er eine »großartige Beziehung« zu Kim haben werde. Kim sagte kurz nach der Begrüßung, der Weg zu diesem Treffen sei »nicht leicht« gewesen. Im Weg gestanden hätten »die alten Vorurteile und Praktiken«. Doch seien diese Hindernisse überwunden worden, »und wir sind heute hier«. Trump pflichtete den Bemerkungen seines Gesprächspartners bei: »Das ist wahr.«

Das Auftaktgespräch der beiden Staatenlenker dauerte dann rund 45 Minuten. Anschließend zeigte sich Trump erneut optimistisch und beschrieb sein Verhältnis zum nordkoreanischen Machthaber als »ausgezeichnet«. Danach begannen Unterredungen in erweiterter Runde, die sich über mehrere Stunden hinziehen sollten.

Bei dem Gipfel geht es um den Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals und die Friedensperspektiven auf der koreanischen Halbinsel. Es ist das erste Mal, dass sich ein amtierender US-Präsident und ein nordkoreanischer Machthaber treffen.

Jahrzehntelang galt eine derartige Begegnung als undenkbar, doch Trump hatte sich im März überraschend zu dem Gipfel bereit erklärt. Seine Vorgänger hatten die Linie verfolgt, es könne kein Treffen mit einem Herrscher aus Pjöngjang geben, ohne dass dieser zuvor offiziell von seinem Rüstungs- und Atomprogramm ablässt. Die früheren US-Präsidenten scheuten sich überdies, den Machthaber des international isolierten Landes diplomatisch derart aufzuwerten wie es Trump nun tut.

Noch im vergangenen Jahr hatten sich Trump und Kim mit gegenseitigen Beschimpfungen überzogen. Der US-Präsident verhöhnte den Machthaber in Pjöngjang als »kleinen Raketenmann«, Kim nannte Trump »geistesgestört«. Trump drohte Kim zudem mit der totalen Vernichtung seines Landes und prahlte, sein Atomknopf sei »größer und mächtiger« als jener des Nordkoreaners.

Nordkorea hatte die Weltgemeinschaft in den vergangenen Jahren mit einer Serie von Atom- und Raketentests provoziert. Als Reaktion hatte die internationale Gemeinschaft die Schraube der Wirtschaftssanktionen gegen das Land immer fester angezogen.

Lesen Sie auch: nd-Interview mit dem Nordkorea-Experten Kim Jin Hyang

Bei dem Gipfel will Trump nun einen Prozess der vollständigen und überprüfbaren Denuklearisierung Nordkoreas einleiten. Im Gegenzug stellte seine Regierung »beispiellose« Sicherheitsgarantien für Pjöngjang in Aussicht.

Kim hatte sich vor dem Gipfel zu einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel bekannt. Unklar blieb jedoch, was genau er damit meinte. In der Vergangenheit hatte Pjöngjang immer auch auf einem Abzug der US-Truppen aus Südkorea bestanden. AFP/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen