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Mind the gap: Scheeres unter Druck

Rettungspläne der SPD gegen den Lehrer*innenmangel stoßen auf Kritik

  • Von Maria Jordan
  • Lesedauer: 2 Min.

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In Berlin fehlen aktuell 1250 Lehrer*innen - ein neuer Rekord für die Hauptstadt. Dass diese Stellen bis zum Beginn des neuen Schuljahres besetzt werden, scheint unrealistisch. »Wir werden im Sommer einen Gap haben«, gibt auch Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) zu. Für ihre vorgestellten »Maßnahmen zur Lehrkräftegewinnung« erntet die Senatorin nun harsche Kritik.

Hildegard Bentele, bildungspolitische Sprecherin der Berliner CDU-Fraktion, nennt Scheeres’ Vorgehen ein »Versagen auf ganzer Linie«. »Statt einen Funken Selbstkritik zu äußern, scheint Senatorin Scheeres bereit zu sein, die letzten Qualitätsstandards zu schleifen«, sagt Bentele. Am Montag hatte die Senatorin erklärt, man wolle die rund 4000 Stellen, die für zusätzliche Sprachförderung, Integration, Inklusion oder Berufsorientierung vorgesehen sind, als »zusätzliche Ressourcen« nutzen. Dies sieht auch die Bildungsgewerkschaft GEW kritisch: »Hier wird die Axt an die Inklusion angelegt«, sagte der Vorsitzende Tom Erdmann im rbb-Inforadio.

Scheeres berichtete außerdem, dass 160 Lehrer*innen, die eigentlich in Pension gehen könnten, weiterarbeiten wollten. Um die Personallücke weiter zu verkleinern, setze die SPD zudem stark auf Quereinsteiger. 800 seien bereits zu Bewerbungsgesprächen erschienen, um die Mangelfächer Musik und Sport sowie naturwissenschaftliche und sonderpädagogische Fächer und um an Grundschulen Deutsch und Englisch zu unterrichten.

Zusätzlich soll auch Studierenden in lehramtsbezogenen Masterstudiengängen Halbjahres- oder Jahresverträge für Minijobs an Schulen geboten werden. Universitäten warnen jedoch, dass sich dadurch das Lehramtsstudium verlängern könnte, weil die Studierenden in den Lehrtätigkeiten stärker beansprucht werden. Bereits angestellten Lehrer*innen wird eine »freiwillige Mehrarbeit« von zwei Stunden angeboten. Dadurch könnten Lehrkräfte rund 350 Euro mehr verdienen.

Für Paul Fresdorf, bildungspolitischer Sprecher der FDP, ist das nicht genug: »Der Senat muss endlich dafür Sorge tragen, dass der Lehrerberuf in Berlin attraktiver wird«, sagt er. »Wir steuern in Berlin auf eine bildungspolitische Katastrophe hin. Es muss schnell und entschieden gehandelt werden, sonst ist diese Abwärtsspirale nicht mehr aufzuhalten.«

»Ich gehe davon aus, dass die Maßnahmen, die die Senatorin vorgeschlagen hat, nicht ausreichen werden, um den Lehrermangel zu beheben«, sagt auch Tom Erdmann von der GEW.

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