Werbung

NSU-Ausschuss durchleuchtet rechte Szene

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Potsdam. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Freitag der NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags versucht, Licht in die Neonazi-Szene der 1990er Jahre zu bringen. Als Zeuge berichtete ein Sänger einer rechten Musikgruppe, er habe ein freundschaftliches Verhältnis zum damaligen V-Mann »Piatto« gehabt. Auch er sei von der Polizei angesprochen worden, als »Spitzel« zu arbeiten.

Der Ausschuss vernahm den Potsdamer in einem separaten Raum - Journalisten und Zuschauer konnten nur eine Audioübertragung verfolgen. Aus Sicherheitsgründen war viel Polizei im Parlamentsgebäude präsent.

In den 1990er Jahren hatte der Sänger einmal in einem Gebäude in Chemnitz übernachtet, in dem vorübergehend auch das damals flüchtige NSU-Trio gewohnt haben soll. »Ich habe die Leute da nicht getroffen«, sagte er. Wenn er gefragt worden wäre, untergetauchten Leuten auf der Flucht vor der Polizei zu helfen, dann hätte er das getan. Er sei aber nicht gefragt worden. Er wisse nichts von Leuten mit Kontakten zum NSU.

Holger Rupprecht (SPD), der Ausschussvorsitzende, musste den Zeugen ermahnen, keine vulgären Begriffe wie »Drecksau« zu benutzen. Der beschrieb bestimmte Treffen der Neonazi-Szene als »Essen, Trinken, Polizeieinsatz«. Unterhalten habe man sich über alles Mögliche. »Ficken, saufen, kloppen«, ergänzte er auf Nachfrage.

Als der Staatsschutz der Polizei bei Vernehmungen in den 1990er Jahren versucht habe, ihn als Spitzel anzuwerben, hätten Beamte seine bescheidene finanzielle Situation ins Spiel. »Ich habe mich auf keine Deals eingelassen.«

Am Montag hatte der frühere Verfassungsschutz-V-Mann »Piatto« als Zeuge ausgesagt. dpa/nd

Rosa - Dietz-Verlag

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen

Münzenbergforum
Münzenbergforum