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Nördliches Umland wird besser angebunden

Lenkungskreis stelle Bahn-Projekte bis 2030 vor

  • Von Rainer Balcerowiak
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der gemeinsame Lenkungsausschuss für die Entwicklung des Schienennahverkehrs in Berlin und Brandenburg stellte am Montag den Stand seiner bisherigen Beratungen vor. Demnach sollen acht Projekte in der Region bis zum Jahr 2030 realisiert werden. »Es gehört zu den Kernaufgaben der gemeinsamen Landesplanung, die Infrastruktur schnellstmöglich so auszubauen, dass sie mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt hält« umriss Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) die Aufgabenstellung des Lenkungskreises, zu dem neben Vertretern der beiden Ländern auch die Netzsparte der Deutschen Bahn (DB Netz) und der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) gehören.

Oberste Priorität haben derzeit zwei Projekte zur Anbindung des nördlichen Umlands, vor allem in Hinblick auf die stetig wachsenden Berufspendlerströme aus diesen Regionen. So soll die »Heidekrautbahn«, die bislang am S-Bahnhof Karow endet, in zwei Etappen zunächst über die alte Stammstrecke bis zum Bahnhof Wilhelmsruh und später bis Gesundbrunnen geführt werden, um die neuen Wohngebiete im Norden Berlins, aber auch die boomenden Gemeinden Mühlenbeck und Wandlitz besser an die Innenstadt anzubinden. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) zeigte sich optimistisch, dass die notwendigen Planungsverfahren für den ersten Abschnitt bis 2021 abgeschlossen werden. Einen Termin für den Baubeginn oder gar die Inbetriebnahme der Strecke mochte die Ministerin indes nicht nennen. Es gebe noch keine Finanzierungsvereinbarung und die Belange der Gebietskörperschaften wurden noch nicht berücksichtigt. Ohnehin ist besonders im Fall der Heidekrautbahn eine gewisse Skepsis angebracht, denn erste Planungen für die Ausbauten gab es bereits in den 1990er Jahren. Der Betreiber, die private Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft (NEB), hatte bereits 2007 einen möglichen Fahrplan vorgelegt und ging seinerzeit fest davon aus, dass der Betrieb auf der Stammstrecke binnen eines Jahrzehnts beginnen könnte. Auch die Planungen des damaligen Senats gingen von diesem Zeitraum aus. Aber die Deutsche Bahn stellte die Investitionen zurück.

Für ein weiteres Projekt im Norden Berlin gibt es ebenfalls keinen belastbaren Zeitplan. Dabei geht es um den »Prignitz-Express« von Neuruppin nach Hennigsdorf, der zweigleisig ausgebaut und auf einen Halbstundentakt verdichtet werden soll. Wie bei der Heidekrautbahn soll auch hier in einer zweiten Etappe die Anbindung an den Bahnhof Gesundbrunnen erfolgen.

Zwar lobten die beiden Ministerinnen die Arbeit des Lenkungsschusses als »großen Fortschritt« im Vergleich zu früheren Kooperationen in der Verkehrsplanung, räumten aber ein, dass es noch viele »Unwägbarkeiten« gebe. Bei einigen der acht Projekte befinde man sich noch im Stadium der »Grundlagenermittlung«, so Günther. So gebe es für Teile des notwendigen Ausbaus der Schieneninfrastruktur noch kein Baurecht. Auch fehle bislang eine Finanzierungsvereinbarung mit dem Bund.

Außer der Heidekrautbahn und dem Prignitz-Express gehören sechs weitere Projekte zu dem unter dem Namen »i2030« firmierenden Infrastrukturpaket. Diese betreffen den Ausbau und die Taktverdichtung der Strecken zwischen Spandau und Nauen, Berlin-Dresden, Berlin-Cottbus, den Regionalexpress von Brandenburg über Berlin nach Frankfurt (Oder), sowie die Potsdamer Stammbahn nach Berlin-Hauptbahnhof und einige S-Bahnabschnitte, wie zum Beispiel zwischen Wannsee und Griebnitzsee.

Zwar hat »i2030« bereits ein Logo und wird in Kürze auch im Internet Präsenz zeigen. Doch bis die Fahrgäste auf der Schiene tatsächlich von merklichen Verbesserungen profitieren können, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

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