Werbung

Undiplomatisch

Personalie

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Es ist lange her, dass Boris Becker mit sportlichen Erfolgen von sich reden machte. Stattdessen drängt sich die ehemalige Tennislegende eher mit Affären, unglücklichen Fernsehauftritten und geschäftlichen Misserfolgen ins Licht der Öffentlichkeit, die er mittels unregelmäßig erscheinender Autobiografien und Erziehungsratgebern verzweifelt am Ball zu halten versucht. Bei seinem neuesten Coup dürfte ihm die öffentliche Aufmerksamkeit jedoch ausnahmsweise eher unwillkommen sein.

Seit der wegen Steuerhinterziehung vorbestrafte dreimalige Wimbledonsieger im vergangenen Jahr von einem Konkursgericht in London für zahlungsunfähig erklärt worden war, war der Wahl-Brite nicht müde geworden, seine Pleite vehement zu bestreiten. Um das in seinen Augen »sowohl ungerechtfertigte als auch ungerechte« Insolvenzverfahren zu einem Ende zu bringen, berief sich der 50-Jährige Ende vergangener Woche auf seine Funktion als Sportsonderattaché für die Zentralafrikanische Republik und machte diplomatische Immunität geltend.

Dass Becker seinen ehrenamtlichen Posten, den er erst vor zwei Monaten übernommen hat, als Vorwand nutzt, um seinen Gläubigern zu entgehen, ist fast schon ein so cleverer Schachzug, dass man bezweifeln könnte, dass er aus seiner eigenen Ideenkiste stammt. Aber eben nur fast. Am Montag meldete sich nämlich der Außenminister der Zentralafrikanischen Republik zu Wort und sprach ihm seinen angeblichen Diplomatenstatus kurzerhand ab: »Boris Becker ist kein offizieller Diplomat der Zentralafrikanischen Republik«, stellte Charles Armel Doubane unmissverständlich klar. »Wir wollen nicht, dass Boris Beckers inoffizielle Position für unser Land mit seinen finanziellen Problemen assoziiert wird«, so der Minister.

Fragt sich nur, was für den ehemaligen Sportstar schlimmer ist: Dass Doubane versichert hat, die Justiz bei jeglichen rechtlichen Verfahren gegen Becker in keiner Weise zu behindern, oder dass ausgerechnet ein Land, das zu den ärmsten der Welt zählt und seit 2013 im Bürgerkrieg versinkt, Angst vor einem Imageverlust durch ihn hat.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen