Werbung
  • Politik
  • Selbstbestimmung der Frau

Antrag für Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen angekündigt

Linksfraktion im Bundestag will nach der Sommerpause Gesetzesinitiative einbringen / Aktuelle Regelung greife »massiv in das Selbstbestimmungsrecht von Frauen ein«

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Die Linksfraktion im Bundestag, die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Gesine Agena, und mehrere Organisationen fordern die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Nach der Sommerpause wolle die Linksfraktion dazu einen Antrag in den Bundestag einbringen, berichtete die Zeitung »taz« (Dienstag) vorab. Die frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Cornelia Möhring, sagte dem Blatt: »Langfristig muss klar werden, dass das gesamte Thema Schwangerschaftsabbruch nichts im Strafgesetzbuch zu suchen hat.«

Auch die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) und die Giordano-Bruno-Stiftung gehen dem Bericht zufolge einen deutlichen Schritt über die bisherige Forderung nach einer Abschaffung des Paragrafen 219a hinaus, der allein die »Werbung« für Abbrüche verbietet. Sie wollen die ersatzlose Streichung beziehungsweise Revision aller Paragrafen im Strafgesetzbuch, die Schwangerschaftsabbrüche betreffen.

Vorpreschen, um Druck aufzubauen
Die Abschaffung des Paragrafen 219a ist überfällig, findet Johanna Treblin

Die aktuelle Gesetzgebung greife »massiv in das Selbstbestimmungsrecht von Frauen ein«, betonen die beiden Vorsitzenden der DGfS, Martin Dannecker und Hertha Richter-Appelt in einem gemeinsamen Papier, das der Zeitung vorliege. Die Paragrafen 218 und 219 müssten deshalb abgeschafft werden, hieß es.

Agena betonte, sie unterstütze die Position, den Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. »Der Paragraf 218 ist frauenfeindlich«, sagte die frauenpolitische Sprecherin der Grünen. Die Entscheidung über Schwangerschaftsabbrüche solle allein bei der Frau liegen: »Sie hat das Recht, über ihren Körper selbst zu entscheiden.« epd/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln