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Olivgrün ist nicht bunt

Andreas Fritsche zum Guerilla-Marketing der Bundeswehr

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Vielleicht ist die pazifistische Maximalforderung, die Bundeswehr dürfe keine Werbung machen, taktisch nicht genauso klug, wie sie prinzipiell ehrenwert ist. Denn finden die Streitkräfte auf lange Sicht nicht im gewünschten Maße Freiwillige, könnte die Wehrpflicht wiederkommen, der Zwangsdienst. Damit könnten wieder ganze Generationen junger Männer militärisch ausgebildet werden, und sie würden dann für Kriege jederzeit zur Verfügung stehen. Dem Frieden dient das nicht, wenn die Armee bei einem politischen Konflikt sofort losschlagen und sich dabei auf schnell verfügbare Reserven verlassen kann.

Dann doch lieber die Werbung für eine kleine Berufsarmee zulassen, die am Hindukusch und anderswo weit weg in der Welt so tun kann, als ob sie dort Deutschland verteidigen würde, was schlimm genug ist, die aber nur bedingt angriffsbereit ist, der für einen großen Waffengang in Europa das nötige Fußvolk, das Kanonenfutter fehlt. Zum Glück, denn Entspannungspolitik ist allemal besser als Säbelrasseln.

Ihr freches Guerilla-Marketing in der Pose der beleidigten Leberwurst hätte die Bundeswehr jedoch unterlassen sollen. Sie muss nicht so tun, als sei sie nur ein gewöhnlicher bunter Tupfer in der Gesellschaft. Denn das ist eine Verharmlosung, so pfiffig der Spruch »zu bunt gehört auch grün« im ersten Moment klingen mag. Das Olivgrün der Uniformen ist nicht bunt und will auch gar nicht bunt sein. Die Bundeswehrsoldaten wollen sich schließlich tarnen, um auf Gefechtsfeldern nicht von Gegnern erspäht zu werden.

Die Bundeswehr sollte auch einsehen, dass Meinungsfreiheit nur bedeutet, dass sie ihre Meinung sagen darf - aber nicht ungefragt und ungebeten überall auf jede erdenkliche Art und Weise. Richtig verstanden müsste der Werbeslogan der Bundeswehr schließlich auch bedeuten, dass die Truppe dafür kämpfe, dass Pazifisten in einer Demokratie ihre verdiente Ruhe vor dem Militär haben.

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