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Das Aha-Erlebnis bleibt

Denkspiel mit Mike Mlynar

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Der Volksmund benutzt für eine plötzliche Erkenntnis das hübsche Sprachbild vom Groschen, der endlich gefallen ist. Lange war im gehobenen Deutsch die Wendung üblich, dass es »einem wie Schuppen von den Augen fiel«. Die kam wohl außer Gebrauch, weil sie inzwischen etwas archaisch wirkt; sie stammt aus der Apostelgeschichte des Neuen Testamens. Inzwischen ist es üblich, vom Aha-Erlebnis zu sprechen.

Das klingt sehr sprachmodern. Allerdings brauchte die Wendung lange, um im Alltag anzukommen. Der Denk- und Sprachpsychologe Karl Bühler (1879 bis 1963) hatte sie schon in den 20er Jahren in der Wissenschaft eingeführt. Bühler beschreibt Tatsache und Struktur des Effekts sehr einleuchtend. Allerdings haben es weder er noch seine vielen Schüler geschafft, einen garantierten praktischen Weg zu ihm aufzuzeigen. Was wiederum uns das Staunen bewahrt, wenn wir, so wie in den beiden Denkspielepisoden, solchen Aha-Erlebnissen begegnen.

Vielleicht etwas leichter: Bei Familie Findig wird viel gebastelt. Man kann auf eine ordentlich ausgerüstete Heimwerker-Werkstatt zurückgreifen. Diesmal sollte es ein neues Würfelspiel für die große Gartenterrasse werden. Die zwölfjährigen Zwillinge Oriana und Anna hatten dafür zusammen mit Vater Frank eine Anzahl Holzwürfel gesägt. Bruder Jonas, 15 Jahre alt, sollte sie dann mit den für das Spiel benötigten Zahlen und Buchstaben bekleben. Doch er musste feststellen, dass seine drei Vorarbeiter*innen wohl zu schnell hatten fertig werden wollen. Für all die Zahlen und Buchstaben reichte der gesamte Inhalt der Oberflächen aller Würfel bei weitem nicht aus. Jonas stellte fest, dass er sogar eine doppelt so große Fläche braucht. Wie verdoppelte er die Summe des Oberflächeninhalts aller Würfel recht schnell, ohne bei den Zwillingen und dem Vater weitere Würfel bestellen zu müssen?

Vielleicht etwas schwerer: Vor einer Woche ist in Würzburg die diesjährige Bundesrunde der Mathematikolympiade zu Ende gegangen. Zu gern hätte Mathelehrerin Eifrig eine oder einen aus ihrer Begabtengruppe dabei gehabt - aber es war wieder nichts. Gerade hatte sie mit ihren Schulbesten zusammengesessen, um eine der MO-Aufgaben nachträglich durchzusprechen. Nun aber Schluss und nach Hause. Beim Zusammenpacken ihrer Sachen schaut Frau Eifrig, wie die Schüler*innen aus dem Klassenzimmer durch die Tür verschwinden: Die ersten fünf, die da rausgehen, sind alles Jungs. Komisch, überlegt Frau Eifrig, die Wahrscheinlichkeit dafür lag genau bei 50 Prozent. Wie viele Schüler*innen waren ursprünglich im Zimmer und wie viele davon Jungs?

Ihre Antworten per E-Mail an spielplatz@nd-online.de oder per Post (Kennwort »Denkspiel/Spielplatzseite«). Einsendeschluss: Mittwoch, 27. Juni. Absender nicht vergessen, denn wir verlosen zwei Buchpreise - und zwar separat für die richtigen Antworten auf beide Fragen. Auch Einzeleinsendungen sind möglich.

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