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WM wie Welt-Tattoofestival

Wolfgang Hübner glaubt, dass die Welt bald von Tattoofans regiert wird

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 2 Min.

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James Rodriguez aus Kolumbien zeigt bei der WM sein Jesus-Tattoo.
James Rodriguez aus Kolumbien zeigt bei der WM sein Jesus-Tattoo.

Wer dieser Tage den Fernseher einschaltet, landet beinahe zwangsläufig in einer der vielen Übertragungen, die offenbar das Welt-Tattoofestival zeigen. Interessant. Halbwegs junge, durchtrainierte Männer laufen auf einer Wiese hin und her, begleitet von ein paar ungestochenen Assistenten, und lassen ihre Hautbilder betrachten. 90 Minuten lang. Vor Zehntausenden Zuschauern. Dass dabei auch ein Ball herumrollt, ist Nebensache; er soll die Protagonisten lediglich etwas in Bewegung bringen, damit die Sache nicht zu statisch wird.

Tätowierungen sind ja seit langem auf dem Vormarsch. Noch vor zehn, fünfzehn Jahren waren sie die Ausnahme, und unsereins bestaunte gelegentlich die Fotos von reich illustrierten australischen Aborigines. Heute ist Australien überall. Ob die Tattoos dem Träger und der Trägerin zum Vorteil gereichen, ist Ansichtssache. Die Nichttätowierten sind bald in der Unterzahl, und wenn die Tattoofans erst einmal die politische Mehrheit erlangt haben, könnte es sein, dass Tattooverweigerung oder sogar -leugnung zum Straftatbestand erklärt oder wenigstens mit einer Steuer geahndet werden. Da die zum Tätowieren verwendeten Farbstoffe nach Ansicht mancher Experten in die Blutbahn gelangen und sich dann innerhalb des Menschen selbstständig machen, wäre es wohl nicht ausgeschlossen, dass irgendwann, wenn zwei langjährig Bestickte sich paaren, das Baby blaublütig zur Welt kommt.

Auch in der nd-Belegschaft sind Tattoos keine Randerscheinung mehr, und in der kurzärmeligen Jahreszeit lernt man die eine Kollegin und den anderen Kollegen von einer neuen Seite kennen. Das Themenspektrum ist weit gefächert, durchaus farbenfroh dargeboten und bietet Anlass für manches Gespräch über den Zusammenhang zwischen der Oberfläche und dem tieferen Sinn des Lebens. Denn Tattoos sind Mitteilungen nach außen über das Innere, das darf man wohl sagen. Übrigens ist noch niemand mit einem in die Haut eingravierten nd-Logo hervorgetreten. Aber was nicht ist ...

Nun schnell noch der wissenschaftliche Aspekt. Sonnenschein setzt ja beim Menschen Glückhormone in Marsch. Serotonin! Kann es sein, dass tätowierte Glatzen das Sonnenlicht filtern, nicht in Glückgefühle umwandeln können und darum die Glatzeninhaber oft schlecht gelaunt sind - so wie die Orks, jene Kampfmaschinen in Fantasyfilmen und -spielen, vor allem deshalb so mies drauf sind, weil sie unter Karies und fortgeschrittener Zahnfleischentzündung leiden? (Achten Sie mal darauf.) Das ist ein wenig erforschter Komplex. Die Fachleute für Antifa und Wissenschaft in der nd-Redaktion sollten sich einmal mit dieser Frage befassen.

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