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Ans Ende gespart

Drittes Kreditprogramm für Griechenland läuft planmäßig im August aus

Berlin. »Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei«, lautet ein bekanntes Sprichwort. Doch gilt dies seit der Nacht zum Freitag nicht nur für diese länglichen Fleischwaren, sondern auch für das dritte Kreditprogramm für Griechenland. Das erste Ende ist am 20. August dieses Jahres, wenn das Programm planmäßig ausläuft. Das zweite Ende kommt erst vier Jahre später. Denn bis 2022, so hat sich Athen jetzt mit der Eurogruppe geeinigt, soll die EU-Kommission noch alle drei Monate kontrollieren, dass Griechenland die Sparauflagen seiner internationalen Gläubiger auch ja einhält.

Zwar zeigte sich Griechenlands Finanzminister Euklid Tsakalotos zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis, doch genügt das, was er erreicht hat, bei weitem nicht, um das Land aus der Krise zu führen. Die Eurogruppe hat beschlossen, den Beginn von Zins- und Rückzahlungen älterer Kredite um weitere zehn Jahre hinauszuschieben. Außerdem soll Griechenland wieder Zinsgewinne der Europartner gutgeschrieben bekommen, sofern es politische Zusagen einhält. 2032 soll geprüft werden, ob noch einmal Schuldenerleichterungen nötig sind. »Griechenland müsste jetzt endlich entschuldet werden, doch das macht die Bundesregierung wegen der CDU nicht«, erklärte dagegen LINKE-Vorsitzender Bernd Riexinger gegenüber dem »nd«. Er fordert für das krisengebeutelte Land ein großes Programm gegen die Massenarbeitslosigkeit und für Investitionen.

Denn für die Kredite, die Griechenland seit 2010 von den internationalen Gläubigern erhält, musste es harte Sparauflagen erfüllen. Dies würgte die Wirtschaft ab und ließ die Arbeitslosigkeit in die Höhe schießen. Noch immer ist mehr als jeder fünfte Grieche ohne Job; unter den Jugendlichen beträgt die Arbeitslosenquote sogar 43,2 Prozent. spo Seite 4

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