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Schnäppchen im Outback

In Australien steht eine ganze Stadt zum Verkauf

  • Von Barbara Barkhause, Sydney
  • Lesedauer: 3 Min.

Der Name rollt nicht ganz einfach von der Zunge: Monogorilby. Doch das kleine Örtchen im Outback von Queensland - rund fünf Stunden Fahrt von Brisbane und etwas über eine Stunde vom nächsten größeren Ort Mundubbera entfernt - ist Idylle pur. Direkt an einem künstlichen Teich gelegen zwischen Wäldern und der so typischen roten Outbackerde. Kein Autolärm, keine Abgase, nur Ruhe. Dieses einsame Stück Erde steht nun zum Verkauf.

Für gerade mal 500 000 australische Dollar (320 000 Euro) kann man Monogorilby derzeit kaufen. Im Preis inbegriffen sind neben den zwölf Häusern auch fast 15 Hektar Land. In Brisbane, Sydney oder Melbourne bekommt man für den gleichen Preis meist nicht mal ein Haus.

»Hier kann man herrlich wandern, Motorrad fahren oder reiten«, schwärmt die Maklerin. Gleich nebenan sei ein Teich, in dem man schwimmen, Kanu fahren oder angeln kann. Dass das Örtchen seit drei Jahren zum Verkauf steht, erklärt sich Danielle Meyer nur damit, dass es bisher falsch vermarktet worden ist. Außerdem sei der Preis zu hoch gewesen. 2015, als die Stadt zum ersten Mal auf den Markt kam, wollte die Eigentümerin noch über zwei Millionen Dollar. Drei Jahre später ist sie auf eine halbe Million runtergegangen.

Ursprünglich war die kleine Gemeinde für die Arbeiter eines Sägewerks gebaut worden, das heute aber geschlossen ist. Die beiden Mieter, die neben einem Hausmeister derzeit in Monogorilby wohnen, arbeiten laut Meyer noch in der Waldwirtschaft. Die bisherige Besitzerin Natali Williams wollte aus dem Örtchen ursprünglich zusammen mit ihrem Ehemann einen Wohnwagenpark machen. Doch als ihr Mann starb, ließ Williams die Pläne wieder fallen.

Die Häuser, die teilweise frisch renoviert sind, haben Strom- und Wasseranschluss. Neben den Wohnhäusern gehören auch ein Tennisplatz, ein Hubschrauberlandeplatz, die ehemalige Kirche und das ehemalige Sägewerk mit dazu.

Nachdem Williams den Preis so drastisch reduziert hat, hat Meyer in den vergangenen Tagen hunderte Anrufe aus aller Welt erhalten. »Menschen aus Großbritannien und Neuseeland haben mich angerufen«, sagt sie. Einige würden gerne ein Touristenresort aus Monogorilby machen, andere überlegten, in dem Ort ein Zentrum für Kriegsveteranen zu etablieren oder obdachlose ältere Frauen anzusiedeln. Eines dieser Angebote habe sie inzwischen angenommen, sagt Meyer. Wer den Zuschlag nun erhalten hat, das will die Maklerin jedoch nicht verraten.

Sollte alles gut gehen, könnte der kleine Ort im Outback von Queensland aber genauso wiederbelebt werden, wie dies gerade mit der Geisterstadt Betoota - ebenfalls in Queensland - passiert. Betoota ist 14 Jahren menschenleer gewesen. Mitten im Outback, zwischen Windorah und Birdsville gelegen, sind es von hier über 1500 Kilometer bis nach Brisbane.

Obwohl Betoota nochmal einsamer als Monogorilby gelegen ist, hat sich auch diesem Ort inzwischen eine gute Seele angenommen. Robert Haken verliebte sich in den alten Pub des Ortes, der voller historischer Erinnerungen ist, und renoviert die Kneipe derzeit mit Hilfe von Freunden und sämtlichen Einheimischen der Umgebung. Ziel ist es, das Lokal bis Ende August zu eröffnen, wenn im australischen Winter die Saison der Pferderennen im Outback beginnt. Dann findet nicht nur das große Pferderennen in Birdsville statt, sondern auch ein Rennen in Betoota, die einzige Veranstaltung, die der Geisterstadt jedes Jahr zumindest kurzzeitig wieder Leben einhaucht.

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