Mit Satire gegen die drohende Diktatur

In Honduras stichelt der Jesuitensender Radio Progreso gegen die Regierung

  • Von Martin Reischke
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Jeden Freitagmorgen um neun Uhr ist es so weit: Der neue »Notinada« geht auf Sendung - die »Nachrichtensendung ohne Nachrichten« - mit dem Claim: »Nachrichten aus dem Land, wo alles passiert, aber trotzdem nichts geschieht.« Der seltsame Titel hat eine lange Vorgeschichte, die bis zum Putsch am 28. Juni 2009 zurückreicht. Damals jagte das honduranische Militär den linksliberalen Präsidenten Manuel Zelaya aus dem Amt. »Die regierungsnahen Medien haben gesagt, dass überhaupt nichts passiert sei, dass es sich um eine legale Machtübergabe handele und dass wir einfach unseren Alltag weiterleben sollen«, erinnert sich Radioredakteur Joksan Flores. »Wer aufs Land oder an den Strand fahren wollte, der sollte das auch tun, denn in dem Land sei ja rein gar nichts passiert.«

Seitdem ist das Programm zu einer Art wöchentlicher Medienkritik geworden, die die Erfolgsmeldungen der Regierung persifliert. »Es geht darum, die Lügen der staatsnahen ...

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