Werbung
  • Sport
  • Deutschland gegen Korea

K.o. in Kasan

Titelverteidiger Deutschland fliegt nach einem 0:2 gegen Südkorea aus dem Turnier

  • Von Jirka Grahl, Kasan
  • Lesedauer: 4 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Es hatte sich bereits in den ersten beiden Partien angedeutet, am Dienstag wurde es bittere Realität. Titelverteidiger Deutschland verpasst nach einem 0:2 gegen Südkorea das Achtelfinale bei der Fußballweltmeisterschaft 2018. Der Weltmeister ist draußen, als Gruppenletzter, nach einer Niederlage gegen die mit Mann und Maus verteidigenden Koreaner, die im Laufe der 90 Minuten immer besser ins Kontern gekommen waren. Es ist ein historisches Ausscheiden: In die zweite Runde war der Weltmeister von 1954, 1974, 1990 und 2018 bisher noch immer eingezogen.

Die Gruppenkonstellation war kompliziert, alle vier Mannschaften in der Gruppe F konnten noch aufs Achtelfinale hoffen. Für den DFB war für ein sicheres Weiterkommen ein Sieg mit mindestens zwei Treffern Differenz Pflicht, Bundestrainer Joachim Löw hatte auch einen Erfolg »in aller Klarheit« verlangt. Zum Erreichen dieses Ziels schickte er in der Kasan-Arena eine DFB-Elf auf den Rasen, die sich auf gleich fünf Positionen von der Startelf gegen Schweden unterschied. Mats Hummels kehrte nach überstandener Verletzung zurück, neben ihm in der Innenverteidigung gab Niklas Süle sein WM-Debüt. Auch die Weltmeister Mesut Özil und Sami Khedira gehörten nach einem Spiel Pause wieder zur Startformation. Und auf der rechten Offensivseite durfte Leon Goretzka ebenfalls erstmals bei diesem Turnier ran: Der Neu-Bayer ersetzte Thomas Müller. Der Publikumsliebling musste nach zwei durchwachsenen WM-Auftritten zunächst auf der Bank Platz nehmen.

In der neuen DFB-Formation läuft es anfangs ganz ordentlich. Es geht viel über die rechte Seite, wo Goretzka fleißig, aber nicht immer geschickt agiert. Zwei, drei Hereingaben missglücken, einmal legt er sich den Ball zu weit vor. Am und im Strafraum lassen die Südkoreaner nur wenig zu. Sie spielen abwartend. Immerhin wussten sie Superangreifer Heung-min Son von den Tottenham Hotspurs in ihren Reihen. Der 50-Millionen-Euro-Mann ist Koreas Spieler für die wichtigen Tore.

Die Deutschen kontrollieren das Geschehen, die Koreaner aber haben die besseren Chancen: Fast gerät die DFB-Elf in Rückstand, als Torwart Manuel Neuer der Ball nach einem Freistoß von Wooyoung Jung verspringt und Son herangeprescht kommt. In letzter Sekunde wirft Neuer noch die Hand dazwischen - dem 0:1 gerade noch entkommen. In der 25. Minute zieht Son aus dem Strafraum ab, der Ball segelt knapp über die Latte.

Nach dem Wechsel legen die Deutschen eine Schippe drauf: Einen schönen Kopfball Goretzkas kann Torwart Cho gerade noch um den Pfosten lenken, kurz darauf verzieht Timo Werner aus dem Rückraum knapp. Derweil kommt schlechte Kunde aus Jekaterinburg: Schweden führt 1:0, Deutschland wäre ausgeschieden. Löw wechselt, der schwache Khedira muss runter, Stürmer Mario Gomez soll vorne Lücken reißen. Einem Konter über Werner und Özil kann Kroos mit links nicht richtig abschließen, derweil fällt das 2:0 der Schweden (60.). Den Deutschen würde ein 1:0 reichen, falls aber Mexiko trifft, müsste mindestens ein 2:0 her. Kein Grund zur Panik, oder?

Beim DFB kommt Müller für Goretzka ins Spiel, doch mehr Souveränität zieht nicht dadurch ein. Mit einem Fehlpass leitet Müller einen Konter ein, bei dem es nur dem Unvermögen von Mittelfeldmann Soon zu verdanken ist, dass es noch Unentschieden steht, Hummels klärt.

Südkorea wird gefährlicher, die Deutschen greifen weiter an. Gomez kommt völlig allein vorm Tor zum Kopfball - direkt in die Hände von Koreas Torwart Cho (68.). Während die Zeit verrinnt, kommen die Südkoreaner zu Konterchancen, von denen Süle und Hummels viele zu unterbinden wissen. 0:0, dem Weltmeister droht weiterhin das Ausscheiden. 48 835 Zuschauer ahnen, dass eine Sensation in der Luft liegt.

Die Koreaner igeln sich im Strafraum ein, die DFB-Elf kommt nicht dagegen an. Reus schießt übers Tor (82.), Kroos auch (84.), mittlerweile haben die Faktoren Zufall und Glück wieder eine Bedeutung. Letzteres hat Hummels nicht, er verpatzt einen Kopfballchance (86.). Kroos zieht aus 20 Metern ab, aber Cho hält.

Dann nimmt das Unheil seinen Lauf: Zwei Mal werden die Deutschen ausgekontert: Erst trifft Kim zum 1:0 (90.+2) nach Videobeweis, dann auch noch Son zum 2:0 ins leere Tor, das Neuer verlassen hat. Mit nur drei Punkten fiel der Weltmeister damit sogar noch hinter die Südkoreaner auf den letzten Platz der Gruppe F zurück. Gruppensieger Schweden und Mexiko (je 6) erreichen das Achtelfinale.

Aus dem nd-Shop
Fussball
Zum ersten Mal sind sie in einem Buch zusammengefasst: Die Fußballcartoons des bekennenden Hannover-96-Fans Uli Stein, Deutschlands Spitzenr...
6.00 €

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen