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Ein Zeichen gegen Wohnungsnot

Besetzer*innen wollen eine Woche in dem Haus bleiben / Unlängst kam es in vielen Städten zu Besetzungen

  • Von Niklas Franzen
  • Lesedauer: 3 Min.

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»Alternativen austesten«. Das will eine Gruppe von Aktivist*innen, die am Samstag ein leerstehendes Gebäude in Aachen besetzt hat. Das Haus befindet auf dem Grundstück der Technischen Hochschule RWTH und steht seit mehreren Jahren leer.

Doch warum besetzen? »Auch in Aachen gibt es Probleme wie in anderen Städten: Aufwertung, Mietsteigerungen, Wohnungsnot«, sagt Robin, einer der Besetzer*innen dem »nd«. Die Bauprojekte der Stadt seien für ärmere Menschen meist unerschwinglich. Zudem gebe es immer weniger sozialen Wohnungsbau, stadteigene Wohnungen würden verkauft – und das in einer Stadt, die zu den ärmsten in ganz Deutschland zählt. Auch mangele es in Aachen an alternativen Kultureinrichtungen. Robin meint: »Die Stadt verwandelt sich immer mehr in einen Raum, wo man gezwungen wird, zu konsumieren.«

Lesen Sie auch das Interview mit dem Autor Armin Kuhn: »Besetzungen sind ein legitimes Mittel des Widerstandes«

Die Besetzung im Muffeter Weg 5 soll zeigen, dass es auch anders laufen kann. »Hier könnte Wohnraum und ein soziales Zentrum entstehen, in den angrenzenden Gewächshäusern ist Platz für Gemeinschaftsgärten«, meint der Besetzer Max. Das Konzept: Es soll »ohne festes Label« aufgetreten werden und alle seien eingeladen, mitzugestalten. »Wir haben uns für ein anderes Besetzungskonzept entschieden und den Schwerpunkt auf unser Programm gesetzt.« Am Wochenende fanden auf dem Gelände Vorträge, Konzerte und Workshops statt. Auch für die nächsten Tage sei das Programm schon »ziemlich voll«.

Obwohl sich die Besetzung auf dem Grundstück der Universität befindet, beteiligten sich laut den Aktivist*innen nicht nur Student*innen an der Aktion. In der Nachbarschaft sei die Besetzung »durchweg positiv« angenommen worden. Max meint: »Viele Menschen haben sich mit uns solidarisiert.«

Immer mehr Menschen in deutschen Städten sind von der rasanten Mietentwicklung und Verdrängungsprozessen betroffen. In Aachen wurde zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder ein Haus besetzt. Auch in Göttingen und Stuttgart besetzen Menschen unlängst leerstehende Gebäude. Die Besetzungen am Pfingstwochenende in Berlin regten eine bundesweite Debatte über Gentrifizierung und Aneignung von Wohnraum an.

Während die Aktivist*innen in Berlin noch am gleichen Tag mit massiver Gewalt geräumt wurden, werden die Aktivist*innen in Aachen bislang noch von der Hochschule geduldet. Am Montag schaute sogar der Rektor der RWTH in der Besetzung vorbei. Eine Woche wollen die Besetzer*innen in dem Gebäude bleiben. Und dann? »Wir werden schauen, wie es danach weitergeht«, meint Max. »Die Besetzung hat sich für uns aber bereits gelohnt.«

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