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Seenotretter dürfen nicht auslaufen

»Lifeline«-Kapitän unter Auflagen auf freiem Fuß

Valletta. Der Kapitän des deutschen Rettungsschiffs »Lifeline« muss sich seit Montag in Malta vor Gericht verantworten. In der Anklageschrift werde den Helfern um Claus-Peter Reisch vorgeworfen, dass das Schiff in den Niederlanden falsch registriert sei, sagte der Sprecher der zivilen Seenotretter, Ruben Neugebauer. Das Gericht in Valletta müsse nun beurteilen, ob die Registrierung gültig ist. Bei der Anhörung vor Gericht in Malta warf die Staatsanwaltschaft dem Kapitän nach Berichten der Tageszeitung »Malta Today« am Montag überdies vor, sein Patent gelte nur für die Küstenschifffahrt bis zu 30 Seemeilen von der Küste entfernt. Reisch wurde nach der Anhörung gegen eine Kaution von 10 000 Euro mit der Auflage, Malta nicht zu verlassen, auf freien Fuß gesetzt. Das Rettungsschiff bleibt vorerst beschlagnahmt. Neugebauer warf den Behörden vor, die Gründe der Anklage seien vorgeschoben: »Ganz offensichtlich handelt es sich um eine politische Kampagne.«

Auch die drei anderen großen privaten Seenotrettungsschiffe im Mittelmeer waren weiter für den Einsatz blockiert. Die »Aquarius«, die zuletzt nach einem Anlegeverbot Italiens und Maltas eine Odyssee nach Spanien hinter sich hatte, lag am Montag noch in Marseille. In Malta befanden sich neben der »Lifeline« die »Seefuchs« und die »Sea-Watch 3« im Hafen. Die maltesische Regierung hatte vergangene Woche angekündigt, bis zum Abschluss der »Lifeline«-Ermittlungen die Aktivitäten von Seenotrettungsorganisationen zu unterbinden. Die Retter der »Sea-Watch 3« wurden nach eigenen Angaben am Montag davon unterrichtet, dass ihr Schiff in Malta festgehalten wird.

Der Grünen-Politiker Erik Marquardt, der derzeit in Malta für mehrere Rettungsorganisationen im Einsatz ist, kritisierte die Behinderung der Arbeit der Helfer. »Der eigentliche Skandal ist, dass gegen die Retter stärker vorgegangen wird als gegen das Sterben im Mittelmeer«, so Marquardt im nd-Interview. Einigen in Europa scheine es derzeit wichtiger zu sein, den Rechtsradikalen in ihrer Rhetorik und Politik hinterherzulaufen, statt sich wieder auf die Werte der Europäischen Union zu besinnen und diese umzusetzen. Lesen Sie das gesamte Interview unter: dasND.de/marquardt. epd/nd

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