Werbung

Urteil im NSU-Prozess am 11. Juli

Hauptangeklagte Zschäpe distanziert sich von rassistischen Verbrechen der Terroristen

  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

München. Nach mehr als fünf Jahren steht der NSU-Prozess vor dem Abschluss. Am 11. Juli will das Münchner Oberlandesgericht das Urteil gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und vier mitangeklagte mutmaßliche Helfer des »Nationalsozialistischen Untergrunds« sprechen. Das erklärte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl am Dienstagvormittag. Die Hauptverhandlung dauert seit mehr als fünf Jahren an.

Zschäpe hat sich am Dienstag noch einmal von den Verbrechen ihrer Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt distanziert. »Bitte verurteilen Sie mich nicht stellvertretend für etwas, was ich weder gewollt noch getan habe«, sagte die mutmaßliche Rechtsterroristin in ihrem persönlichen Schlusswort. Sie habe keine Kenntnis gehabt, warum die beiden Täter ihre Opfer an den verschiedenen Tatorten auswählten.

Mundlos und Böhnhardt haben während der fast 14 Jahre, in der das Trio im Untergrund lebte, zehn Menschen erschossen und zwei Sprengstoffanschläge verübt. Das Motiv war in fast allen Fällen Rassismus. Ein Mordopfer war eine Polizistin in Heilbronn. Der NSU-Prozess soll klären, welche Schuld Zschäpe und die Mitangeklagten dabei haben.

Die Bundesanwaltschaft sieht Zschäpe als Mittäterin und hat lebenslange Haft mit Sicherungsverwahrung gegen sie beantragt. Zschäpes zwei Verteidigerteams halten sie für die Morde und Anschläge für unschuldig. Unterschiedlich sehen die Verteidiger Zschäpes Schuld an den anderen Straftaten: Ihre drei ursprünglichen Pflichtverteidiger halten lediglich eine Strafe für einfache Brandstiftung für angebracht, ihre beiden Wunschverteidiger höchstens zehn Jahre Gefängnis wegen Beihilfe bei zahlreichen Überfällen.

Die Thüringer Landesregierung hat unterdessen erklärt, die Hinterbliebenen der NSU-Morde mit Geld aus einem Entschädigungsfonds zu unterstützen. Unter welchen Bedingungen die Angehörigen der Opfer eine finanzielle Hilfe abrufen können, will Thüringens Justiz- und Migrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) am Dienstag in Erfurt bekanntgeben. Rot-Rot-Grün hatte rund 1,5 Millionen Euro für den Fonds im Haushalt bereitgestellt. Lauinger will zudem über die Fortschritte bei der Umsetzung des Thüringer Integrationskonzeptes sprechen. Dazu stellt der Minister die Ergebnisse eines Evaluationsberichtes vor. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen