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Kriegskinder brauchen Hilfe

Konflikt-Report vorgelegt

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Eine frohe Botschaft ist der alljährlich vorgelegte Bericht »Armed Conflict Survey« des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) auch 2018 nicht. Die bewaffneten Konflikte dieser Welt haben gerade für die Zivilbevölkerung fatale Folgen. Die großen im Nahen Osten und in Afghanistan - dort gab es 15 000 Todesopfer - wüteten nach Einschätzung der Londoner Denkfabrik auch 2017 unvermindert weiter; der in Jemen wurde sogar noch heftiger. Das Vorrücken der Regierungstruppen in Syrien und Irak habe zwar die Hoffnung auf ein Ende der Kämpfe bestärkt, doch seien damit auch viele Todesopfer verbunden gewesen. Es gebe weltweit kaum Anzeichen für friedliche Konfliktlösungen. Das Institut machte eine Zersplitterung bewaffneter Gruppen als Merkmal vieler Konflikte aus. In Syrien hätten neben dem Vorgehen Russlands und der USA auch die Regionalmächte Türkei, Iran und Israel ihre Operationen und Bodenpräsenz verstärkt. »Die Gefahr einer direkten Konfrontation zwischen ihnen nahm zu«, so die Studie.

Immer mehr zivile Opfer

Es sei bemerkenswert, dass die Zahl der internen Konflikte, in die externe Mächte, involviert sind, seit 1997 von elf auf 17 im Vorjahr angestiegen sei. Auch die USA und Frankreich stünden für diese Entwicklung. Das Heidelberger Institut für internationale Konfliktforschung hat in seinem »Konfliktbarometer 2017« weltweit 222 gewaltsam ausgetragene Konflikte erfasst - zwischen oder innerhalb von Staaten, zwischen unterschiedlichen Gruppierungen, religiös, ideologisch, materiell oder ethnisch motiviert. Damit hat sich ihre Zahl seit 2008 zwar verringert, die der Todesopfer aber wuchs deutlich - von 57 000 im Jahre 2008 auf 157 000 im Jahr 2016, so das IISS. Ursache sei vor allem die Zunahme der Gewalt gegenüber Zivilisten. Besonders alarmierend ist dabei, dass laut einem am Mittwoch vorgelegten UN-Report im Vorjahr bei gewaltsamen Konflikten weltweit über 10 000 Kinder getötet oder verstümmelt worden sind. Insgesamt verzeichnete die UNO über 21 000 Vergehen wie sexuelle Gewalt, Angriffe auf Schulen oder die Rekrutierung von Kindersoldaten.

Kindersoldaten im Abseits

Seit 20 Jahren seien Letztere immer häufiger zum Einsatz gekommen, die Mittel zu ihrer Resozialisierung aber gesunken - von 27 Millionen US-Dollar 2010 auf 6,5 Millionen 2016, heißt es im IISS-Report. Während Kindersoldaten in Afrika oft für den sofortigen Einsatz entführt und die Eltern getötet werden, habe die Terrormiliz Islamischer Staat einen »längeren strategischen Blick« und führe die Kinder oft mit Hilfe ihrer Familien an die IS-Ideologie heran. Auffällig sei, dass immer jüngere Kinder eingesetzt werden. So verübten inzwischen oft schon Zwölfjährige Selbstmordattentate. Heike Hänsel, die Vizechefin der Linksfraktion im Bundestag, nannte den Rückgang der internationalen Gelder für die Reintegrierung einen Skandal. Es sei gut, dass der IISS-Bericht auf die Vernachlässigung des politischen und sozialen Bereichs im Kampf gegen islamistischen Terror hinweist. Sie kritisierte aber auch die politische Kooperation und Rüstungsexporte an die Machthaber in Saudi-Arabien oder der Türkei, die Plattformen des islamistischen Terrors seien. »Bewaffnete Konflikte in Jemen, Irak und Syrien werden vor allem durch die andauernden Waffenexporte auch deutscher Rüstungsschmieden am Laufen gehalten.« Die Linkspartei setze sich deshalb für einen vollständigen Rüstungsexportstopp und die Förderung ziviler Konfliktlösungskonzepte ein.

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