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In Tunis übernimmt zum ersten Mal eine demokratisch gewählte Kandidatin das Bürgermeisteramt: Souad Abderrahim wurde am Dienstag im zweiten Wahlgang mit 26 Stimmen zum Stadtoberhaupt gewählt. Die Politikerin der islamisch-konservativen Ennahdha-Partei erhielt vier Stimmen mehr als ihr Gegenkandidat Kamel Idir von der konservativ-bürgerlichen Partei Nidaa Tounes. Bisher wurden Bürgermeister der Hauptstadt vom Präsidenten ernannt.

Die in Sfax geborene Souad Abderrahim politisierte sich während ihres Pharmazeutikstudiums in Monastir. Dort gehörte sie der islamistischen Studentengewerkschaft UGTE an. 1985 wurde sie erstmals für 15 Tage inhaftiert, als sie eine Schlägerei schlichten wollte. Daraufhin musste sie ihre Fakultät verlassen, blieb aber weiterhin politisch tätig - und wurde 1991 erneut wegen ihrer Aktivitäten verhaftet und zur Gegnerin des Regimes erklärt. In den Jahren danach zog sie sich politisch zurück, absolvierte ihr Studium und arbeitete in einem Pharmazieunternehmen.

Erst Januar 2011, nach dem arabischen Frühling und dem Sturz des Regimes von Zine el-Abidine Ben Ali, kehrte sie in die Politik zurück. Abderrahim trat der Ennahda-Partei bei und war von 2011 bis 2014 Abgeordnete in der Verfassunggebenden Versammlung. Dort stand sie der Kommission für Menschenrechte und Freiheiten vor.

Die Bürgermeisterin von Tunis bezeichnet sich selbst als islamische Feministin, ist aber stark in die Kritik geraten, weil sie alleinerziehende Mütter als eine »Schande für die tunesische Gesellschaft« bezeichnet hatte. Das brachte ihr den Spitznamen »Souad Palin« ein, angelehnt an die konservative US-Politikerin Sarah Palin. Die 53-jährige Apothekerin kandidierte mit dem Wahlversprechen, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Außerdem schlägt sie vor, junge Menschen, die mit geringeren Delikten wie Taschendiebstahl oder Drogenmissbrauch straffällig geworden sind, nicht mehr wie üblich kurzeitig zu inhaftieren, sondern stattdessen vermehrt für gemeinnützige Arbeit einzusetzen.

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